Wie gehen religiöse Menschen mit Homosexualität um? Das Theaterstück „Meine Tochter wird Vater“ macht aus einem ernsten Stoff eine Komödie, bei der am Ende die Liebe über Vorurteile siegt.
Die beiden jungen Frauen Miriam und Emily lieben sich. Und sie bekommmen ein Kind – von Ralph, der den Samen „gespendet“ hat, und mit dem die beiden Frauen inzwischen gut befreundet sind. Kurz vor der Geburt drängt die Zeit: Wie bringt Miriam es ihrem Vater, Abraham Feldman, der traditioneller Jude ist, bei? Aufklärungsversuche von Miriams Mutter scheitern, der Vater glaubt, dass Ralph sein zukünftiger Schwiegersohn ist. Beim Fest der Beschneidung ist das Choas dann perfekt. Diese Verwechslungen und Verwirrungen sind die Grundlage für die komischen Szenen des Theaterstücks „Meine Tochter wird Vater“, verfasst von João Bethencourt. Die Laienbühne des Pfarrtheaters Vogelweide in Wels bringt es unter der Regie von Franz Strasser zur Aufführung. Die Liebe siegt. „Am Ende siegt die Liebe über Vorurteile“, sagt Franz Strasser über das Stück, das eher zufällig zu ihm gefunden hat: „Wie es mir der Verlag als Vorschlag geschickt hat, wusste ich aber gleich: das passt.“ Der Hintergrund der Komödie ist ernst: „Wie gehen religiöse Menschen mit Homosexualität um?“ Dass diese Frage auch in der Realiät eine Rolle spielt, weiß Hauptdarstellerin Johanna Salzinger. „Ich kenne selbst ein paar Leute, die sich mit dem homosexuellen Outing schwer taten, weil die Eltern so religiös sind“, erzählt die 23-jährige, die die Figur der Miriam verkörpert. „Miriam hat es sich nicht ausgesucht, dass sie lesbisch ist, und ringt lange damit, bis sie zu ihrer Liebe stehen kann. Homosexualität ist ja nichts Schlimmes“, erklärt Johanna Salzinger. Sie kann gut nachvollziehen, dass Miriam bis kurz vor der Geburt wartet, um ihren Eltern von ihrer lesbischen Liebe zu erzählen: „Ihre Mutter macht zuerst voll das Drama, ich glaube, ich würde das nicht aushalten.“ Der großen Ablehnung von Homosexualität setzt das Stück die Botschaft der Toleranz entgegen, die ja auch in den Religionen verankert ist. Dem konservativen Vater von Miriam ist letztendlich die Liebe zu seiner Familie wichtiger. Johanna Salzinger: „Das Baby macht die Versöhnung für die Familien leichter.“
Termine
Das Theaterstück „Meine Tochter wird Vater“ wird im Pfarrsaal Wels-Vogelweide zur Aufführung gebracht. Premiere, Silvester: Mo., 31. 12., 19 Uhr, weitere Termine: Fr., 4. 1., 20 Uhr, So., 6. 1., 20 Uhr, Sa., 12. 1., 20 Uhr, So., 13. 1., 15.30 Uhr, Di., 15. 1., 20 Uhr, Mi., 16. 1., 20 Uhr, Sa., 19.1., 20 Uhr.