Innerhalb nur eines Jahres ist Österreich beim sogenannten Korruptions-Wahrnehmungsindex von Rang 16 auf Platz 25 abgestürzt. Das ist ein katastrophaler Befund für einen demokratischen Rechtsstaat, aber es steckt auch ein Stück Hoffnung drinnen, denn der Absturz beruht ja vor allem auf der wahrnehmbaren, weil aufgeflogenen Korruption. Ob dem Übel aller- dings durch ein verschärftes Korruptionsstrafrecht und eine zunehmend effektivere Korruptionsstaatsanwaltschaft Einhalt geboten werden kann, ist fraglich. Denn die wahre Ursache liegt tiefer. Eine Gesellschaft, die den Eigennutz vor das Gemeinwohl stellt, bleibt weiter anfällig, für Ausgrenzung ebenso wie für Korruption. Hans Baumgartner
Verschieben wir den Klimawandel!
Zu einem Scheitern der UN-Klimakonferenz in Doha, die äußerst schleppend und zäh über die Bühne ging, ist es zwar nicht gekommen. Aber die Ergebnisse sind – wie bei vergangenen Klimaverhandlungen – mager und dürftig. Das Kyoto-Proto-koll wird bis 2020 verlängert. Bis 2015 soll ein neues Klimaabkommen ausgehandelt werden. Es wird verschoben, verschoben, verschoben. Doch lässt sich der Klimawandel verschieben? Kann eine Erderwärmung um mehr als zwei Grad auf diese Weise abgewendet werden? Es fehlt ganz offensichtlich der Wille, wirksame Veränderungen zu beschließen und den Klimawandel zu bekämpfen. Vor allem jene Länder, die die größten Verursacher der klimabedrohlichen Treibhausgase sind – die USA, China, Russland, Indien – sind die großen Bremser. Ohne sie ist ein globales Klimaschutzabkommen aber nicht möglich. Susanne Huber