Eine arme Schulschwester als Chefin der Frauenorden
Mit 1. Jänner tritt Schwester Beatrix Mayrhofer als Nachfolgerin von Schwester Kunigunde Fürst das Amt der Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs an.
Als sie im Jahr 1970 bei den „Armen Schulschwestern“ eintrat, zählte die Kongregation weltweit 12.000 Ordensfrauen. „Heute sind wir rund 4000 Schulschwestern. Ähnlich hat sich auch die Zahl der Ordensfrauen in Österreich entwickelt“, zieht Sr. Mayrhofer eine nüchterne Bilanz. Dennoch tritt sie ihr neues, zusätzliches Amt als Präsidentin der Frauenorden mit Zuversicht an. „Denn letztlich ist es Gott, der seine Kirche führt. Für uns als Ordensfrauen heißt das, dass wir die Herausforderungen der Zeit annehmen, dass wir uns gegenseitig stützen und die Zusammenarbeit, die unter Sr. Kunigunde große Fortschritte gemacht hat, vertiefen – auch mit den Männerorden.“ Als Tochter des Mesners von Wels/Herz-Jesu sei sie mit ihrer Schwester sozusagen in der Kirche aufgewachsen. „Das war für uns alles sehr spannend, vom Glockenturm und den Fledermäusen bis zu den großen Festen“, erinnert sich Sr. Beatrix. Nach der Matura an der Frauenoberschule der Vöcklabrucker Franziskanerinnen machte sie in Linz die Ausbildung zur Volksschullehrerin. Weil sie für ihr weiteres Studium der Psychologie und Pädagogik in Wien Geld brauchte, suchte sie eine Stelle als Lehrerin und landete bei den „Armen Schulschwestern“ in der Friesgasse. „Das war eine Fügung Gottes“, sagt sie. Zwei Jahre später trat sie in den Orden ein und studierte neben der Schule zusätzlich Theologie. Von 1985 bis 1992 war sie Provinzoberin, anschließend bis 2010 Direktorin des Gymnasiums. Im Juli 2010 übernahm sie die Leitung der neuen Provinz Österreich–Italien.