Liebe Leserinnen und Leser unserer KirchenZeitung!
Wie gut, dass es die „Rettung“ gibt. Gott sei Dank leben wir in einem Land, in dem die „Rettung“ schnell zur Stelle ist, wenn Menschen in Not sind. Von Rettung ist auch in anderen Zusammenhängen immer häufiger zu hören und zu lesen. Vom „Euro-Rettungsschirm“ etwa war in diesem zu Ende gehenden Jahr oft die Rede. Welcher Weg führt aus den wirtschaftlichen Turbulenzen? Wie retten wir das Weltklima? Viele sehen sogar die Zukunft der Kirche bedroht. Wer rettet die Kirche, fragen sie, und vor allem: mit welchen Maßnahmen?
„Heute ist euch der Retter geboren – es ist der Messias, der Herr.“ So verkündet der Engel die frohe Botschaft im Weihnachtsevangelium.
Wir Christen erwarten die Rettung von Christus her. In den weihnachtlichen Festtagen stellen wir uns ganz unter diesen Rettungsschirm des gütigen Gottes, der uns im Jesuskind begegnet. In seine Gefolgschaft sollen wir uns begeben. Von ihm her bekommen wir die Impulse für die drängenden Fragen unseres Lebens und unserer Zeit – auch für die Kirche. Das Jahr des Glaubens, zu dem uns Papst Benedikt XVI. eingeladen hat, will uns anregen, dass wir die Orientierung aus dieser Nähe zu Christus suchen: vom Kind in der Krippe bis hin zu Christus am Kreuz. Er ist für uns das Licht der Welt. Und wer ihm nachfolgt, wandelt nicht im Finstern, sondern hat das Licht des Lebens. Die Weihnachtszeit ist nicht der Moment der großen Debatten und auch nicht des Streites. Es ist die Zeit des Staunens, der Andacht, der Besinnung und des Gebetes. Wir alle verbeugen uns vor dem Kind in der Krippe, und wir lassen uns von ihm aufrichten. Wenn die Krippe – um im Bild zu sprechen – schon Könige und Hirten, Ochs und Esel vereint: Sollten da nicht auch Christinnen und Christen trotz mancher Meinungsunterschiede um diese Mitte zusammenfinden? Entscheidend sind nicht nur Meinungen, entscheidend ist vielmehr die Liebe, in der wir einander begegnen, achten und verzeihen. Das Gemeinsame unseres Glaubens liegt vor uns da. Hier schöpfen wir die Kraft, zusammenzufinden und zusammenzuhalten. Hier gibt es Rettung. Diesen guten Willen wünsche und erbitte ich für uns alle. Möge Weihnachten ein Fest des Friedens und der Freude sein, weil Christus Licht und Gnade in unser Leben bringt. Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen. Die Mutter Jesu, die unter dem Kreuz auch unsere Mutter wurde, möge Sie begleiten und beschützen. Ihr Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz
Zusammen mit Bischof Ludwig Schwarz wünschen Ihnen Herausgeber Willi Vieböck und das Team Ihrer KirchenZeitung ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2013.