Die Leser/innen wollen lieber lesen, wie sich meine Kinder auf den Boden werfen und bitzeln, davon bin ich überzeugt. Alltägliche Harmonie hat in Kolumen wenig verloren. Ein Unter uns von Paul Stütz.
Erst kürzlich schilderte ich an dieser Stelle, wie willensstark meine Kinder sind. Und wie sie sich in meinen schwachen Momenten spielerisch gegen mich durchsetzen können, etwa wenn sie beim Billa Wurstsemmerl haben wollen. Daraufhin schrieb mir Leserin Z., ich solle mit meinen Kindern mehr beten. Leserin P. hatte mir schon als Reaktion auf eine der früheren Kolumnen einige Ernährungstipps mit auf den Weg gegeben. Spätestens jetzt ist die Zeit reif für eine Richtigstellung, drängt mich meine Frau. Ich solle doch erzählen, wie das bei uns wirklich läuft. Sie wurde im Kindergarten unseres Sohnes auf meine Kolumne angesprochen und findet, ich rücke uns als Eltern in ein eher zweifelhaftes Licht. Also, hier meine Klarstellung: Die harmonisch verlaufenden Familientage sind sehr gut für mein Nervenkostüm. Als Geschichten taugen sie weniger. Die Leser/innen wollen lieber lesen, wie sich meine Kinder auf den Boden werfen und bitzeln, davon bin ich überzeugt. Perfektion ist schön, langweilt aber (und zugegeben gibt es sie selten im Familienalltag). Um es dennoch einmal zu würdigen: Meine Kinder sind meistens sehr brav, tüchtig sowieso und ich bin sehr stolz auf sie. Und letztes Wochenende haben sie ganz viel Obst gegessen, ganz in echt.