Auf die Länge kommt es an. Der kirchliche Jugendleiter Reini Fischer weiß das aus jahrelanger Erfahrung. Die Gespräche der Gläubigen am Sonntag drehen sich häufig darum, wie kurzweilig die Gottesdienste sind. „Bei Jugendmessen bekommen wir oft die Rückmeldung: Schön war es, aber zu lange gedauert hat es“, erzählt Reini Fischer. Er greift dieses Thema deswegen gezielt auf: Gemeinsam mit Jugendlichen der Pfarre Lacken wird er am 13. Jänner die „schnellste Messe des Mühlviertels“ gestalten.
Turbokreuzzeichen. Bereits ganz am Anfang gilt es, durch ein spezielles Turbokreuzzeichen Zeit zu sparen. Die Lieder werden kurz gehalten – eine Strophe reicht oft schon. „Nicht unbedingt notwendige Worte werden eingespart und auch sonst wird versucht, bei den einzelnen Elementen des Gottesdienstes so wenig Zeit wie möglich liegen zu lassen“, betont Reini Fischer. Dazu muss natürlich die ganze Feiergemeinde mithelfen. Ein genauer Zeitplan regelt die Mitwirkung jedes Einzelnen. Mitten in der Messe wird klar werden, dass der Drang zur Schnelligkeit jede Feierstimmung ruiniert.
Zeitfresser. „Es kommt der Punkt, an dem wir sagen: So bringt das nichts. Beim Evangelium folgt die Entscheidung, dass wir uns jetzt bewusst Zeit nehmen“, sagt Reini Fischer. Transportiert wird in der Messe mit Schmähs, was wahre Zeitfresser sind. Etwa wenn Zeitdiebe die Kirche überfallen und aufzeigen, wie viel Zeit für Internet draufgeht. Oder für die Einstellung, überall dabei sein zu müssen. Reini Fischer: „Hinter jedem Gag steht ein Thema, das unseren Alltag betrifft.“ Jugend-Stress-Messe: Diese findet am So., 13. Jänner um 9 Uhr in der Pfarrkirche Lacken und am 9. Februar um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin/Mühlkreis statt.