Ein Einkaufsmarkt am Samstag:Beim Gemüse steht ein Mann. Er stützt sich auf den Einkaufswagen. Seine Frau ist offenbar unentschlossen – diese Erdäpfel oder die anderen? – Dem Gatten ist das so was von wurscht, Hauptsache, die Entscheidung fällt rasch. Sein Stress aus Langeweile dunstet einen Grant aus und rundum verstreut er Stress aus genervter Fadesse. Bei den Gewürzen sucht ein Herr verzweifelt nach einem bestimmten Gewürz. Den Haupteinkauf hat er schon in der Früh hinter sich gebracht. Er musste aber noch einmal ausrücken, denn seine Frau hat erst jetzt die Gewürzlücke entdeckt. Eigentlich wollte er um diese Zeit schon bei einem privaten Termin sein ... Im Stress der unmöglichen Gleichzeitigkeit zappelt er sich zur Kasse durch. Und da der Stress des Scheinen-Wollens: Ein Vater ist mit zwei kleinen Kindern einkaufen. Die sind ein bisschen lebhaft. Der Papa mahnt, wird streng und schimpft schließlich: „Ihr könnt's gleich ins Auto gehen!“ Natürlich gehen sie nicht. Das bringt den Erziehenden aus der Fassung. Er wollte als Erziehungsexperte Eindruck machen und macht ihn nun als Stress-Dilettant. Während ich darüber schmunzle, greife ich nach meinem Geldtascherl. Und finde es nicht. Jetzt hab ich Stress.