Das Album Station von Nowhere Train biegt ganz und gar in der amerikanischen Folk- und Countrytradition um die Ecke und erinnert immer wieder an Johnny Cash und Bob Dylan. Ein CD-Tipp.
Ausgabe: 2013/02, Nowhere Train, Johnny Cash, Rauscher
10.01.2013
Es war einmal, da begab sich eine Hand voll Musiker auf eine elftägige Zugreise quer durch die Alpenrepublik. Das Ziel war, gemeinsam Spaß zu haben, Musik zu machen und frei nach Jack Kerouac „on the road“ zu sein. Und so besuchte die Combo verschiedenste größere und kleinere Kaffs zwischen Neusiedler- und Bodensee und bespielte Züge, Wohnzimmer, Marktplätze, Bootsanlegestellen, verschiedene Clubs, kleine Festivals und Justizvollzugsanstalten, was Erinnerungen an Johnny Cashs legendäre Gefängniskonzerte in Folsom und San Quentin wach werden ließ. All dies ereignete sich im Frühsommer 2009 (und ist nach wie vor als Tourtagebuch auf fm4.orf.at/nowheretrain nachzulesen). Jetzt, mehr als drei Jahre später, hat die Spaßpartie „Station“ – ihren ersten Longplayer – veröffentlicht. Und die Musik scheint genau jenes Lebensgefühl widerzuspiegeln, das die bunt zusammengewürfelte Band im Sommer 2009 begleitete: „Free as a bird“, hieß es damals wohl. Dieses Album biegt ganz und gar in der amerikanischen Folk- und Countrytradition um die Ecke und erinnert immer wieder an Johnny Cash und Bob Dylan (ja, ich nehme diese großen Namen an dieser Stelle nur allzu gern in den Mund). Doch es ist vor allem der Sound von Mumford And Sons, der durch Banjo, Ukulele, Akkordeon und die restliche stromlose Instrumentierung wachgerufen wird. Und langsam schmelzen Berge zu endlos weiten Steppenlandschaften und die A1 mutiert zur Route 66. Ach ja, die lustigen Vagabunden nennen sich Nowhere Train – wie denn auch sonst? - Nowhere Train – Station (erschienen bei Rough Trade).