Der Name Meinrad wurde mir beim Eintritt in das Stift Wilhering am 19. August 1965 gegeben. Meinrad war Priestermönch und Ratgeber. Das Wichtigste für einen Mönch ist: Gott suchen. Auch ich bin Mönch. Meinrad war Mönch auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee. Später lebte er als Einsiedler im „Finsteren Wald“. Dort verehrte er in seiner Zelle, über der sich jetzt das Kloster Maria Einsiedeln erhebt, ein Marienbild. Zu ihm kamen viele, um Rat zu holen. Den Menschen einen guten Rat geben, ein aufbauendes Wort sagen, ist Aufgabe in der Seelsorge. Auch ich bin seit meiner Priesterweihe 1971 Seelsorger und habe Freude an meiner Berufung. Weiter zeichnete Meinrad die Gastfreudschaft aus. Sie hat heute noch große Bedeutung in den Klöstern und sollte Markenzeichen jedes Christen sein. In jedem Gast kommt Gott zu uns. Auch da ist er mir ein Vorbild. Am 21. Jänner 861 wurde der heilige Meinrad, nachdem er zwei Männer bewirtet hatte, von ihnen erschlagen. Zwei Raben verrieten die Mörder.