Vor 20 Jahren hat sie am Höhepunkt ihrer Karriere dem Schisport den Rücken gekehrt. Jetzt ist sie bei der WM in Schladming wieder dabei: Petra Kronberger.
Ausgabe: 2013/05, Kopf der Woche, Legende, Kronberger, Schi-WM, Schladming,
Nach fast 30 Jahren ist Petra Kronberger nach Schladming zurückgekehrt, wo sie als Teenager die Schihandelsschule besucht hatte. Auch die Mitarbeit im Organisationskomitee für die Schi-WM ist für sie eine Rückkehr. Vor 20 Jahren hat sie am Höhepunkt ihrer Karriere dem Schizirkus völlig überraschend den Rücken gekehrt und unter Verzicht auf viel Geld „alle Türen hinter mir zugemacht“. Noch im Jahr zuvor hatte sie zum dritten Mal den Gesamtweltcup und zwei Mal Gold bei Olympia (Albertville) gewonnen. Das Time-Magazin jubelte über die erste Rennläuferin, die in allen fünf Disziplinen Siege einfuhr: „Petra. The Great“.
Das andere Leben nach der Schikarriere
Mit erst 23 Jahren trat Kronberger ab, „weil ich keinen Biss mehr verspürte, kein Feuer. Und weil ich einfach wissen wollte: Wer bin ich, als Mensch Petra – für mich und für andere ohne den Glanz der Siege und den Trubel der Scheinwerferwelt? Es war“, so Kronberger, „eine spannende Reise, aber auch ein zum Teil recht schwieriger Weg, auf dem es schon da und dort recht tiefe Löcher gab.“ Der Glaube war für sie immer wichtig, erzählt Kronberger. „Er hat mich dankbar sein lassen in Zeiten des Erfolgs und mir Halt gegeben in schwierigen Phasen.“ Nach ihrem Rückzug aus dem Sport wurde es sehr rasch still um Kronberger. Sie machte die Matura nach, studierte Kunstgeschichte und Germanistik, arbeitete u. a. als Uniassistentin, Museumsführerin in Salzburg und als Buchhalterin. Dass sie jetzt in Schladming Kunstprojekte mit Sport verbinden kann, ist für sie wie ein Geschenk.