Bereits mit der Volksbefragung zur Wehrpflicht haben die Regierungsparteien unter Aufbietung all ihrer Fähigkeiten zum Tarnen und Täuschen versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Jetzt tut man genauso weiter: Die einen rufen nach mehr Geld, andere nach billigen „Systemerhaltern“ und wieder andere wollen aus dem Bundesheer einen Erlebnis- und Abenteuerpark machen. Dabei wäre es ein Gebot der Stunde, wenigstens jetzt im Parlament über eine umfassende österreichische Sicherheitsstrategie zu beraten. Daraus sollte sich dann die Ausstattung und Ausbildung unserer Soldaten ebenso ergeben wie Maßnahmen zur Stärkung der internationalen Solidarität und Gerechtigkeit. Aber offenbar drückt man sich vor beidem.
Hans Baumgartner
Ausgebrannt: noch immer ein Tabu
Immer noch schneller, noch besser, noch höher – und am Schluss steht Überforderung.Niemand ist davor gefeit, an Depressionen oder Burnout zu erkranken. Nicht nur erfolgreiche Politiker wie Rudi Anschober oder Sportler/innen wie Lindsey Vonn leiden daran. Emotional erschöpft und kraftlos sein, unter Druck stehen, sich dem Leben nicht mehr gewachsen fühlen, ängstlich und innerlich leer sein, sich zurückziehen, sich unfähig fühlen, aufzustehen: darunter leiden Menschen mit Burnout-Syndrom. Experten haben festgestellt, dass davon Frauen auf Grund der wachsenden Mehrfachbelastung besonders stark betroffen sind. Depressiv- und Ausgebrannt-Sein gilt aber immer noch als Tabu. Dabei wäre es so wichtig, rechtzeitig Hilfe zu suchen und zu bekommen.