Pfarrer Josef Etzlstorfer gehört zu jenen Seelsorgern, die am Faschingssonntag die Predigt in gereimter Form vortragen. Hier Auszüge dessen, was man in Katsdorf kommenden Sonntag ungekürzt zu hören bekommen wird.
Ausgabe: 2013/06, Fasching, Predigt, Reim, Josef Etzlstorfer, Konzil
06.02.2013
- Pfarrer Josef Etzlstorfer
In letzter Zeit war oft zu lesen, dass ein Konzil ist einst gewesen. Dem Papst Johannes fiel dies ein, dass ein Konzil soll endlich sein. Er hat sich das fest vorgenommen. Die Kurie war ganz benommen. Die Kardinäle sind erschrocken, sie wollten alles gleich abblocken. Papst Johannes war beharrlich, die Kirch’ erneuern wollt’ er wahrlich. In d’Kirch’ soll frische Luft nun kommen, das hat der Papst sich vorgenommen. Er hat sehr deutlich demonstiert, was er damit nun intendiert. Ein Fenster hat er aufgemacht, dazu vielleicht ein wenig g’lacht. Ein frischer Wind in d’Kirch soll kommen, der alte Staub g’hört weggenommen. Für uns war’s damals ein Erlebnis, ein dickes Buch war das Ergebnis. Die Väter haben viel beraten, es folgten ganz konkrete Taten. Von einer Sach’ möcht’ ich berichten und über d’Liturgie was dichten.
Das war das erste Dokument, und das Ergebnis jeder kennt. Da gab es eine große Wende, für das Latein kam jetzt das Ende. Die Liturgie in Muttersprache, das war eine große Sache! Lateinisch wurde d’Mess’ gelesen, so ist’s Jahrhunderte gewesen. Bei dem Konzile von Trient, das hoffentlich ein jeder kennt, in Gips wurd’ d’Liturgie gelegt, damit sie sich ja nicht bewegt. Vom Gips hat man sie jetzt befreit, begonnen hat a neue Zeit. (...)
Viel bewirkt hat die Reform, die Folgen waren ganz enorm. In die Feier kam viel Leben, neue Rollen hat’s gegeben. Männer, Frauen sind gekommen und haben Dienste übernommen: Lektoren und Lektorinnen, Kantoren und Kantorinnen, die gibt es jetzt in großer Zahl, sie wirken mit nun überall. Lektorinnen gibt es jetzt viele, sie lesen in verschied’nem Stile: die eine laut und auch recht mächtig, die and’re leise und bedächtig. Und liest ein hübsches Mädchen vor, streckt man die Köpf auf der Empor. (...)
Lebendig soll die Feier sein, drum bringen sich sehr viele ein. Der frische Wind von dem Konzil, der hat bewirkt wahrhaftig viel. Der Geist des Herrn war hier am Werke, der Geist der Einsicht und der Stärke. Der frische Wind soll weiterwehen, denn in der Kirch soll’s vorwärts gehen! Ja, der Konzilswind g’hört entfacht und weitere Reformen g’macht! Man darf nicht ängstlich rückwärts schauen, nach vorne geht’s mit Gottvertrauen. Mit einem Lied, das wir oft singen, soll jetzt mein Gedicht ausklingen: „In deinem Namen wollen wir den Weg gemeinsam gehen mit dir.“