Brot erfüllt seinen Zweck nicht, indem man es weitergibt – sondern wenn man es isst – bis nichts mehr übrig ist. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger
Die Fastenzeit ist für viele die Zeit, in der sie sich auf ihren Glauben besinnen. Auf Gewohntes verzichten, um frei für das Wesentliche zu werden – darum geht es. Eine Vielzahl an Glaubens-Angeboten gibt es, gerade in der Fastenzeit. So legen es auch die kirchlichen Initiativen einer „Neuevangelisierung“ nahe. Das wichtigste Glaubensgut, das die Christen haben, ist das Brot. Christus schenkt sich im Brot. Brot erfüllt seinen Zweck nicht, indem man es weitergibt – sondern wenn man es isst – bis nichts mehr übrig ist. Nehmt und esst! Das gilt auch in der Fastenzeit. Wo das Glaubensbrot nur bewahrt wird, um es unbeschadet und unverändert weiterzugeben, hat es seinen Sinn verfehlt. Da herrscht Hunger bei vollen Körben. Vielleicht krankt die Kirche daran, dass man alle Phantasie auf das Weitergeben verwendet, statt dass man sich selbst von diesem Brot nährt. Christen sind weniger zum Weitergeben des Brotes einge- laden, als zum Teilen und Essen. So werden sie Kraft schöpfen, selbst zu Bäcker/innen zu werden. Zu allen Zeiten soll das Brot gegessen werden, um dann frisches Brot backen zu können. Mit Altbackenem soll man Menschen nicht abspeisen wollen, schon gar nicht, wenn es um den Glauben geht.