Fällt in meinem Bekanntenkreis der kuriose Satz: „Ohne mein Handy fühle ich mich nackt“, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ein Unter uns von Elisabeth Hiesmayr.
Ausgabe: 2013/07, Unter uns, erreichbar, Handy, Erreichbarkeit, E-Mails, SMS,
13.02.2013
- Elisabeth Hiesmayr
Ich denke mir immer wieder, dass es eigentlich armselig ist, sich so von einem Gerät abhängig zu machen. E-Mails werden gleich nach dem Aufwachen, während des Mittagessens, vor dem Einschlafen und zwischendurch alle zehn Minuten abgerufen, um stets up to date, aber niemals frei zu sein. Erfolgt auf eine Mail innerhalb eines Tages keine Antwort, folgen im Stundentakt mehr oder weniger unfreundliche Nachfragen. Verglichen mit nicht beantworteten SMS und Anrufen sind die Reaktionen bei E-Mails dennoch human. Wird ein SMS nicht innerhalb von 24 Stunden beantwortet, ist mit der nicht ganz ernst, aber vorwurfsvoll gemeinten Frage: „Lebst du noch?“ oder mit einer Vermisstenanzeige zu rechnen. Muss man wirklich ständig erreichbar sein? Es wäre doch schön, wieder einmal das Handyklingeln Handyklingeln sein zu lassen. Wozu gibt es eine Mailbox? Auch SMS und E-Mails laufen nicht davon. Ein wenig Entschleunigung schadet unserer schnellen Kommunikation sicher nicht. Befindet sich also ein Handy im Lautlos-Modus und bleibt ein SMS oder E-Mail ein paar Stunden unbeantwortet, so ist dieses Verhalten anerkennungswürdig und soll mit Verständnis anstatt Erbosen honoriert werden.