Man braucht sich weniger von der Angst, dass Leben irgendwann einmal nicht mehr möglich sein würde, leiten lassen, als vielmehr vom Staunen darüber, dass es jetzt möglich ist. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Mittelfristig, warnen Experten, steuert die Erde auf eine globale Erwärmung zu. Langfristig steht sie eher am Beginn einer neuen Eiszeit – sagen auch Experten. Einen Teil der Entwicklung können Menschen beeinflussen – zum wohl größeren Teil sind sie ihr „ausgeliefert“. Und das ist gut so, denn je größer die Verfügungsgewalt der Menschen über die Erde und das Leben auf ihr wird, desto kritischer wird es. Nach wessen Interessen soll gesteuert werden – und auf wessen Kosten? In eine bestimmte Zeit und in einen bestimmten Ort hat Gott es ermöglicht, dass Leben – auch das menschliche – existieren kann. Auf einem Planeten unter Milliarden, in einem Zeitfenster von ein paar zigtausend oder millionen Jahren – wer weiß es schon? Man braucht sich weniger von der Angst, dass Leben irgendwann einmal nicht mehr möglich sein würde, leiten lassen, als vielmehr vom Staunen darüber, dass es jetzt möglich ist. Das ermutigt, sich um das „Kleinklima“ zu sorgen, das in der eigenen Gestaltungsmöglichkeit liegt. Es ist wie beim Wetter: Milliarden an Tropfen machen den Regen aus, der das Land fruchtbar macht. Noch ist es so – und es bleibt hoffentlich so: Man muss sich den Frühling nicht selber machen – er kommt.