Als er mit knapp 20 Jahren von Neukirchen am Großvenediger nach Salzbug kam, um hier Religionspädagogik und Musik zu studieren, hatte Helmut Scharler keine Ahnung, wer die Pallottiner sind und was sie tun. In der Stadtpfarre Lehen, damals ein Zentrum charismatischer Spiritualität, lernte er nicht nur junge Pallottiner kennen, die ihn begeisterten. „Diese erlebnisorientierte und an meine Alltagserfahrung anknüpfende Spiritualität hat mir die Liebe und Sehnsucht zu Gott erschlossen. Er war nicht mehr bloß eine theologische Größe, sondern der Gott meines Lebens.“
Orden als Motor
In dieser Zeit sei wohl der „Same“ für seinen weiteren Weg gelegt worden, sagt Pater Scharler. Doch zunächst musste er durch den überraschenden Tod seines Vaters für mehrere Jahre nach Hause, um das Lebensmittel- und Souvenirgeschäft der Eltern zu führen. Erst als ein jüngerer Bruder das Geschäft übernahm, ging er wieder nach Salzburg, um das Studium fortzusetzen. „Da war mir aber bald klar, dass ich jetzt Nägel mit Köpfen machen musste.“ Er trat bei den Pallottinern ein und schloss sein Studium in der Ordenshochschule Vallendar ab. Während seiner ersten Seelsorgsjahre in Wien machte er die Ausbildung zum Psychotherapeuten. Seither ist er an dieser spannenden Schnittstelle von seelischen Befindlichkeiten, Sinnhorizont und Glaube mit einer eigenen Praxis, aber auch durch seelsorgliche Einzel- und Gruppenbegleitung tätig. Seinen Orden sieht er vor allem als Motor von Netzwerken, durch die auf verschiedene Weise Gottes Liebe in der Kirche und der Gesellschaft spürbar wird.