Ich bin am 11. November geboren und sollte auf den Namen Martina getauft werden. Dagegen war nichts einzuwenden: Martin ist ein sehr sympathischer und außergewöhnlich populärer Heiliger. Zuletzt wurde ich doch, nach meinem Vater, Romana genannt. Dass mein Namenstag in unserer Familie am 1. Oktober und nicht am 23. Februar, dem Tag der heiligen Romana von Todi, begangen wird, habe ich stets auf den Julianischen Kalender zurückgeführt, an dem wir Katholiken der Ostkirche hartnäckig festhalten. Die heilige Romana war, nun ja: Einsiedlerin; ein Los, das sie mit dem heiligen Roman von Condat (28. Februar) teilt. Die Einladung aber, Gedanken zu meinem Namenstag aufzuschreiben, hat mich motiviert, weiter nachzuforschen: Der 1. Oktober ist – aus römischer wie aus byzantinischer Sicht! – der Gedenktag des Romanos Melodos, der im 6. Jahrhundert in Konstantinopel als Diakon, Dichter und Musiker gewirkt hat. Es ist schön, wenn es gelingt, sich seine Heiligen auszusuchen!