Wer sich für die Fastenzeit etwas Spezielles vorgenommen hat, bekommt diese Frage oft gestellt: Wie geht es dir mit deinen Vorsätzen? Man hat sich Ziele gesetzt und misst die Erfolge mit der Waage und dem Maßband. Aber das ist nur ein vordergründiges Fasten. Draußen in der Natur beginnen die Böden zu tauen. Man lockert die Erde für die Saat. Auch die Seele bedarf bisweilen einer solchen Lockerungsübung. Fasten – das ist eine Art Bodenbearbeitungsprogramm für die Seele. Durchlässig soll sie werden, aufnahmefähig, sodass Neues keimen, wachsen und schließlich Frucht bringen kann. Das deutlichste Kennzeichen, ob man „erfolgreich“ fastet, ist die Freude – ob sie wächst. Sie soll Wurzeln schlagen können. Wer mit dem Fasten immer nur verdrießlicher wird, hat etwas falsch gemacht. „Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein“, heißt es in einer berühmten Buxtehude-Kantate. Da wird ganz deutlich: Je näher man in das Zentrum des Glaubens kommt, umso größer wird die Freude – echte Freude nämlich, nicht die kurzzeitigen Ablenkungsmanöver durch den einen oder anderen Spaß. Glaube befreit zur Freude. Kirche sollte ein Garten sein, in dem die Freude zum Blühen kommt.