Schon. Noch. Grammatikalisch sind es Umstandswörter. Inhaltlich auch: sie beschreiben Lebensumstände. Er hat schon Mama gesagt. Was weißt du schon? Was kannst du schon? Solange das Schon das Umstandswort des Lebens ist, erscheint alles gut. Da ist Zukunft. Viel Zukunft. Alles hat gerade erst angefangen. Aber es kommen die anderen Jahre. Noch, heißt es jetzt: Was weißt du noch? Kannst du noch? Eine Zeitlang treten sie gemeinsam auf: Es geht schon noch! Spätestens jetzt treten die Gesundheitsapostel der heutigen Zeit dazwischen: Das wird schon wieder, trösten sie über die Tatsache hinweg, dass Leben nicht konservierbar ist. Am Noch halten Menschen fest, auf dass nur ja kein Nicht-mehr komme. Kein: Es geht nicht mehr!, und vor allem kein: Ich will nicht mehr! Das darfst du nicht sagen!, heißt es dann. Gegen Ende der Fastenzeit könnte der Blick klarer werden. Das lange Leben, das Menschen für sich und andere erhofft haben: es anzunehmen fällt nicht leicht. Kleiner und kleiner wird jetzt das Noch. Ein neues Schon tritt ins Leben herein. Nicht im Festhalten des schon Erlebten, im Erhoffen des Neuen liegt seine Fülle.