Seit 1. März leitet erstmals eine Frau die Katholische Sozialakademie Österreichs (KSOE) – die Theologin und Armutsforscherin Magdalena Holztrattner (37).
Ausgabe: 2013/11, Holztrattner, KSOE, Sozialakademie, Sedmak, Kirche
13.03.2013
- Hans Baumgartner
Mit dem Theologiestudium hat sie begonnen, weil sie in der Pfarre ihrer Kindheit (Seekirchen am Wallersee) kirchliches Leben „als sehr lebendig, bunt, kreativ und menschennah“ erlebt habe, sagt Magdalena Holztrattner. Und da war dann auch noch ihre Familie: der Vater einer der ersten Pastoralassistenten, die Mutter sehr stark ehrenamtlich engagiert und als Religionslehrerin tätig. Auch den Blick über den Tellerrand hat sie schon früh erlebt: durch die weltkirchliche Arbeit ihrer Pfarre. Während ihres Studiums ging sie ein Jahr nach Bolivien. Dort lernte sie in einer Jesuitenpfarre eine Kirche kennen, die sozial ebenso engagiert war wie in der Bildung der Jugend und der gesellschaftlichen Bewusstseinsarbeit. „Das hat mich sehr geprägt und zusätzlich motiviert, eine Theologie zu betreiben, die mit den Füßen am Boden geht.“
Global
Nach dem Studium unterrichtete sie zwei Jahre Religion und stieg dann in das Projekt „Option für die Armen in der Wissenschaft“ bei Professor Sedmak ein. Ein Dissertationsstipendium der Akademie der Wissenschaften führte sie zwischen 2005 und 2008 wiederholt nach El Salvador. Nach ihrer Promotion unterrichtete sie ein Jahr an der Jesuitenuniversität UCA in San Salvador und leitete ein Forschungsprojekt über Gewalt an Frauen. Anschließend war sie drei Jahre als Projektreferentin beim deutschen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat tätig. Die KSOE schätzt Holztrattner seit ihrem Drei-Monats-Kurs „Soziale Verantwortung“ (2000) als gut vernetztes Kompetenzzentrum für Lehre und Praxis christlicher Weltverantwortung.