Sie ließen sich „bekehren“
Wer wird der nächste Papst? Englische Wettbüros stürzen sich auf diese Frage ebenso wie alle möglichen „Vatikanisten“, die offensichtlich das Scheinwerferlicht dieser Tage genießen. Im Internet kursieren Listen von Kardinälen, für die man besonders beten kann. Vielleicht ist es aber gar nicht so wichtig, wer Papst wird, sondern was aus dem (Kardinal) wird, der zum Papst gewählt wird. Niemand hätte von Johannes XXIII. erwartet, dass er ohne jede Angst die Türen zu einem großen Konzil öffnet. Niemand hätte von Erzbischof Oscar Romero erwartet, dass er zum unerschrockenen und kompromisslosen Anwalt der Armen und Unterdrückten wird. Sie erkannten die Zeichen der Zeit und ließen sich „bekehren“. Hans Baumgartner
Fukushima: Keine Lehren daraus?
Die Katastrophe im Nordosten Japans war der schwerste Atom-Unfall seit Tschernobyl im Jahre 1986. In zahlreichen Städten fanden zum 2. Fukushima-Jahrestag am 11. März Bedenkveranstaltungen und Protestaktionen statt. Ein schweres Erdbeben und ein Tsunami hatten eine unkontrollierte Kernschmelze ausgelöst. Bis heute sind Aufräumarbeiten im Gange; zahlreiche Menschen aus den evakuierten Zonen rund um Fukushima leben immer noch in Notunterkünften; über Krankheitsfolgen wird gestritten und man fragt sich, was geschieht mit all dem radioaktiven Müll. Die Katastrophe hat einige Ländern dazu bewogen, ihre Kernenergieprogramme aufzugeben oder früher auszusteigen. Auch Japan hatte einen schrittweisen Atom- Ausstieg geplant. Momentan aber sieht es wieder ganz anders aus. Und es wird gelogen und vernebelt – auf Kosten der Menschen. Susanne Huber