Ausgabe: 2013/12, Leitartikel, Rom, Franziskus, Liebe, Kirche
20.03.2013
- Matthäus Fellinger
Psychologen behaupten, es sei eine Sache von Sekundenbruchteilen, in denen sich entscheidet, ob man mit jemandem kann – oder nicht. Deshalb gebe es so etwas wie „Liebe auf den ersten Blick“. Bei vielen, die im Fernsehen das erste Auftreten des „Bischofs von Rom“ Franziskus miterlebt hatten, ereignete sich so etwas wie eine erste Liebe. Seine Schlichtheit hat beeindruckt.
„Erste Liebe“ schafft einen guten Anfang. Viel Wohlwollen ist dabei, eine gute Voraussetzung ist gegeben. Aber auch einer „ersten Liebe“ folgen die langen Zeiten. Sie nährt sich aus guten Momenten, aber so richtig tragfähig wird sie im Bestehen schwieriger Momente.
Die erste Liebe wird sich auch bewähren müssen, wenn es um die Gestaltung der Kirche unter heutigen Verhältnissen geht. Da geht es weniger um die Liebe zur Kirche, als vielmehr um die Liebe in der Kirche, der Art und Weise, wie man miteinander umgeht und einander begegnet.
Nicht nur im Beten, auch im Handeln und im Entscheiden braucht es Gemeinsamkeit. Gerade die Liebe ist eine sehr partnerschaftliche Angelegenheit. Sie hält auch dann, wenn Kinder gelegentlich eigene Wege gehen. Sie verbindet, aber sie lässt auch los.