In der Berichterstattung über den neuen Papst kamen zahlreiche Medien auch kritisch auf seine traditionellen Positionen in Fragen der Ehe, der Familie oder der Sexualmoral zu sprechen.
Zur Frage, ob diese Wahrnehmung nicht sein starkes soziales Engagement überlagern werde, meint der selber im Medienbereich sehr aktive Kapuziner Paulus Terwitte: „Ich denke, wenn es nur auf ihn ankäme, dann steht vor allem ein Thema im Vordergrund: eine Kirche, die wie Jesus hinausgeht zu den Menschen und ohne Machtallüren mit ihnen geht. Und weil er das schon lange tut, weiß er auch, dass die Kirche auch mit denen auf dem Weg sein muss, die da und dort an den hohen Anforderungen des Evangeliums scheitern. Das geschieht doch auch in unserer Kirche in der Mehrheit der Pfarren. Aber das ist halt kein mediales Thema, das in die Schublade verzopfte Kirche hier – moderne Welt da passt. Und dann kommen wir so weit, dass jemand, der neben seiner von Demenz bedrohten Frau sitzt, während sie den Giftbecher trinkt, als Held gefeiert wird, während die vielen Tausenden, die als Freiwillige Schwerkranke im Sterben begleiten, keine Schlagzeilen wert sind. Ich wäre gespannt, wie manche Medien reagierten, wenn der Papst uns zu einem anderen Lebensstil aufforderte und es als Skandal bezeichnete, dass in Wien täglich soviel Brot weggeworfen wird, dass Graz davon leben könnte. Oder wenn der die familienfeindlichen Wohnungspreise und Arbeitsverhältnisse anprangerte oder wenn er uns vorrechnete, wieviel Schaden wir mit unserem Fleisch- und Autokonsum anrichten.“