Fünf lange Jahre hat es gedauert, bis unser liebster Fürst der Finsternis endlich wieder ein Album veröffentlicht.
Ausgabe: 2013/12, Cave, CD Tipp, Panoptikum, Melancholie,
20.03.2013
- K. Rauscher
Dazwischen gab es mit dem Nebenprojekt Grinderman eine Zeit, in der nochmals ordentlich die Sau rausgelassen wurde: Wild und wüst ging es da zu; so recht glücklich war man mit dem Lärm nicht, der einem da um die Ohren gehauen wurde.
Ruhigere Töne
Doch nun lässt es Nick Cave wieder ruhig angehen und verzaubert mit einem Panoptikum aus teils romantischen, teils düsteren Songperlen. Wenn der Barde gleich zu Beginn andächtig über Bäume und morgendliches Vogelgezwitscher singt, werden einem die Ketten schon angelegt und es ist nicht mehr möglich, sich dem Album zu entziehen.
Melancholie
Aber warum auch, wenn dann bereits in „Wide Lovely Eyes“ die romantische Traurigkeit ihren Höhepunkt erreicht: „You wave and wave with wide lovely eyes / Crystal waves and waves of love / You wave and say goodbye“; die Bad Seeds jaulen im Hintergrund und unsere Tränen lassen Bäche über die Ufer treten.
Hoffnung
Ein monotoner Basslauf in Water’s Edge beschwört Düsternis herauf und vertreibt jegliche Romantik und alles, ohne je den Lautstärkenregler raufzudrehen. „Jubilee Street“ bringt Sanftmut zurück, während das religiös-märchenhafte „Mermaids“, Glaube und Hoffnung wieder bringen, ehe die Bedrohung in „We Real Cool“ zum Greifen nahe scheint.