„Ohne die Holly würde ich nicht mehr leben“, sagt Charlotte Holzer und streichelt dabei sanft das seidige Fell der kleinen Mischlingshündin, die sich auf der Eckbank ganz dicht an die 89-Jährige kuschelt.
Ausgabe: 2013/23, Holly, Holzer, Schloss Hall, Caritas, Hinterholzner
04.06.2013
Seit mehr als drei Jahren wohnt Frau Holzer im Seniorenwohnhaus Schloss Hall der Caritas für Betreuung und Pflege. Seit neun Monaten bereichert die junge Hundedame den Alltag der Seniorin.
Die Oma vom kleinen Hund
Hollys Besitzerin Martina Hinterholzner arbeitet seit knapp 12 Jahren als Fachsozialbetreuerin in Schloss Hall. Schon immer hatte sie Hunde. Viele ausgesetzte und schwer misshandelte Hunde fanden bei ihr bereits ein neues Zuhause. Letztes Jahr erfuhr sie von der nicht einmal vier Wochen alten Mischlingshündin, die gemeinsam mit ihrem Geschwisterchen im slowakischen Nitra ausgesetzt wurde. „ Ich wusste, dass Holly viel Nähe braucht“, erzählt Hinterholzner. So kam es, dass Charlotte Holzer die Ziehoma vom kleinen Hund während der Arbeitszeit der Fachsozialbetreuerin wurde.
Den Lebensmut beinahe verloren
Kurze Zeit später aber verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Charlotte Holzer nach einer dringenden Operation. Als sie nach langem Krankenhausaufenthalt zurück ins Seniorenwohnhaus Schloss Hall kam, konnte sie nicht mehr gehen, nicht mehr sitzen – sie hatte den Lebensmut verloren. „Doch als Schwester Martina mit Holly ins Zimmer kam, da sah ich, dass mich Holly brauchte“, erinnert sich Charlotte Holzer. „Ich sagte zu mir, dass es wieder aufwärts gehen muss. Ich muss für das Viecherl da sein, es braucht mich.“ – Ihr Gesundheitszustand verbesserte sich zunehmend. Mittlerweile ist sie wieder mit dem Gehwagerl unterwegs. „Ich bin so froh, dass ich Holly habe“, bekräftigt sie. „Sie gibt mir viel, sie hilft mir, wenn alles wieder mal ausweglos erscheint.“
Pfötchen und ein Bussi
„Wenn ich mit Holly in die Arbeit komme, ist der erste Weg von Holly sofort ins Zimmer von der Holzer-Oma“, erzählt Martina Hinterholzner. „Ich denke, dass sich diese beiden gesucht und gefunden haben. Denn die Freude ist auf beiden Seiten riesengroß.“ „Und wenn sie wieder nach Hause geht, dann gibt mir Holly noch das Pfötchen und ein Bussi“, ergänzt die „Holzer-Oma“.