Zum Einen sehnt man es herbei, zum Anderen hofft man, vor dem „Zuviel“ verschont zu bleiben. Keines der Naturelemente ist mit so viel Kraft und Magie ausgestattet wie das Wasser. Die Griechen beschworen Poseidon, die Römer Neptun, man brachte diesen Göttern Opfer, um von ihnen genug Wasser für eine reiche Ernte, aber auch Schutz vor unheilbringenden Wassermassen zu erbitten. Von Dürre und Flut und dem Leid der Menschen mit diesen Katastrophen lesen wir schließlich auch in der Bibel.
Schon als man das Ausmaß des aktuellen Hochwassers erahnte, entbrannten die ersten Diskussionen, was alles zu tun gewesen wäre, um die Menschen, ihre Häuser und ihre Äcker besser zu schützen. Doch dieses Mal werden die Aussagen der Besserwisser von jenen Berichten überlagert, die die großartige Solidarität unter den Menschen zeigen. Jene, die nicht betroffen sind, eilen in Gummistiefeln und mit Schaufeln jenen zu Hilfe, deren zerstörtes Hab und Gut von den Fluten gerade wieder freigegeben wurde. Es wird gespendet und es wird gebetet. Viel Unheil stiftete dieses Hochwasser. Aber, um dieses Unheil zu mindern, entstand auch viel heilstiftendes Miteinander.