BRIEF_KASTEN
Eine hochschwangere Frau wird im Supermarkt angeschnauzt, was sie sich einbildet, keinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Wer hochschwanger war oder ist, weiß, wie schwer das Atmen auch ohne Maske fallen kann. Wer das nicht erlebt hat, muss es nicht wissen. Leider wissen es manche aber besser. Wer sich wo wie verhalten sollte, wer ab welchem Alter besser zuhause bleiben sollte, wer wem aus dem Weg gehen sollte und so weiter und so fort. Je nach Charakter regt man sich lieber über das Fehlverhalten anderer auf oder grübelt bei jedem Schritt, was man selbst vielleicht gerade falsch macht. So funktioniert Gesellschaft aber nicht. Wir brauchen neben den Grundregeln ein Grundvertrauen, dass die anderen einen guten Grund für ihr Verhalten haben. Besserwisserei, Schuldzuweisungen, Sündenbocksuche bis hin zu Verschwörungsvermutungen führen nie in eine gute Zukunft. Wenn Personen oder Personengruppen (wie jüngst Asylberechtigte und Flüchtlinge) pauschal beschuldigt werden, dass sie infiziert wurden oder jemanden anstecken könnten, dann müssen wir Christen widersprechen. Die Blickrichtung heißt Neuansteckungen verhindern, nicht Schuldige suchen.
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