BRIEF_KASTEN
Es war, als hätte das Sonntagsevangelium des Wahltags schon die Lösung der politischen Herausforderungen skizziert, die am Abend sichtbar wurden: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“, sagt Christus (Mk 9,40). Das ist echter Realismus: Wir werden nicht alle ins selbe Boot bringen können, aber wer nicht gegen uns ist, ist offen für Zusammenarbeit, der ist erreichbar, der steht dem Guten nicht entgegen.
Mit dieser Einstellung könnte man die neue Legislaturperiode im oö. Landtag beginnen. Vertreter/innen von sechs Parteien sitzen künftig dort, zuvor waren es vier. In gewisser Weise hat auch den Landtag die Ausdifferenzierung – um nicht zu sagen: Spaltung – der Gesellschaft erreicht. Das macht es schwieriger, gemeinsame Linien zu finden und zum Ganzen beizutragen. Die Haltung „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“, kann hier eine Hilfe sein, den Weg zur Zusammenarbeit mit gutem Willen auch zu finden.
Ein Punkt, in dem die Zusammenarbeit positiv gesinnter politischer Kräfte dringend notwendig ist, ist die Reaktion auf rechtsradikale Umtriebe. Das Eindringen einer rechtsradikalen Gruppe ins Linzer Pastoralamt war da nur die Spitze des Eisberges. Kein anderes Bundesland hat so viele rechtsextreme Straftaten zu verzeichnen wie Oberösterreich. Mit Worten allein wird die Politik hier sicher nichts erreichen.
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