BRIEF_KASTEN
Man möchte es, aber nicht immer gelingt es. Kann schon sein, dass das eine oder andere Glas nicht hält. Die Sache beginnt zu gären. Aus dem süßen Saft wird saurer Essig, die Marmelade ist ungenießbar geworden.
Gewusst hätte man es: Sehr sauber, mit großer Sorgfalt muss man arbeiten, damit die Sache gelingt. Es genügt Weniges und das Ganze kann ins Kippen kommen. Was in den Einmachgläsern Schimmelpilze und Bakterien anrichten, passiert im Zusammenleben, wenn Menschen wie mit schmutzigen Händen einander begegnen: angriffig statt aufbauend, herabwürdigend statt respektvoll. Mit Täuschung statt mit Ehrlichkeit. Man spürt es ja: das Mikroklima des menschlichen Miteinanders ist schnell verdorben. Zusammenleben wird dann zur unerträglichen Brühe. Einer ist auf den anderen sauer. Man kann einander nicht riechen. Das Gernhaben wird zum „Hab mich gern!“
Ein grundsätzliches Wohlwollen, ein echtes Gutmeinen mit dem anderen – selbst mit jenen, mit denen man sich schwertut – hält das Zusammenleben genießbar. In der Familie, Gemeinschaften jeder Art, auch im Staat ist so: Es essen alle aus demselben Glas. Man soll es einander nicht verderben.
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