BRIEF_KASTEN
Öle. Erze. Seltene Erden. Das sind ebenfalls rare Rohstoffe, die für das moderne Leben unabdingbar sind. Weil sie selten sind, sind sie teuer. Man geht große Risiken ein, sie zu finden, riskiert sogar das Leben für sie: manche das eigene, andere das der Armen, die sonst keine Arbeit hätten. Vom „Ausbeuten“ der Bodenschätze sprach man früher, aber dieser Begriff ist wohl zu ehrlich, als dass er noch Verwendung fände. Es werden Kriege um solche Stoffe geführt. Man braucht sie eben – weil sie für den Komfort der modernen Lebensweisen unabdingbar sind.
Vielleicht sollte man bei der Suche nach den Rohstoffen viel mehr auf den Menschen selber schauen – weniger darauf also, was in den Tiefen der Berge und Meere zu holen ist, sondern was im Menschen selbst verborgen liegt. Menschen bergen unerschöpfliche Rohstoffe in sich – und was das Erstaunliche ist: Diese wachsen sogar, indem man sie nutzt: die schlummernden Talente; die oft verschüttete Bereitschaft zu helfen; das Vertrauen gegen die Angst; die Bereitschaft, auch ohne Bezahlung etwas zu tun; teilen. Es sind die einfachen, gewöhnlich scheinenden Dinge, die oft ungenutzt liegen bleiben.
Die wichtigste Ressource, die es für eine gute Zukunft braucht, das ist wohl der Mensch selbst.
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