In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Sie haben 35 Jahre lang den Brunnenthaler Konzertsommer organisiert und gestaltet. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in Ihre letzte Saison als Leiterin?
Helene Pürmayr: Ich bin sehr dankbar, dass ich in die Welt der Barockmusik und die Welt dieser Interpreten eintauchen durfte. Barockmusik zu hören ist eine große Leidenschaft von mir, und diesen Genuss wollte ich auch meinem Konzertpublikum, das zum Teil von weit her anreist, zukommen lassen. Dass dies gelungen ist, darauf bin ich stolz.
Wo hätten Sie noch mehr Unterstützung von Kirche, Gemeinde, oder Land gebraucht? Oder war das für Sie immer zufriedenstellend und ausreichend vorhanden?
Pürmayr: Engagierte Menschen und ich arbeiten ehrenamtlich und mit großem Eifer. Deshalb konnten wir mithilfe von langjährigen Sponsoren und der Unterstützung von Land und Gemeinde diese Konzertreihe mit internationalem Charakter finanzieren. Natürlich war auch immer in meinem Hinterkopf die Sorge, ob das Geld für das nächste Jahr wieder reichen wird. Ja, und das war Gott sei Dank der Fall.
Seitens der Kirche ist man mir immer mit großer Toleranz entgegengekommen. Ich bin sehr dankbar, dass wir diese wunderschöne Barockkirche auch als Konzertraum nutzen durften.
Der Brunnenthaler Konzertsommer hat sich als Marke etabliert. Wie sind Sie selbst auf die Barockmusik gestoßen? Was ist das Besondere an dieser Musik, bei der auch viel mit Originalinstrumenten gearbeitet wird?
Pürmayr: Ich bin als Organistin viel mit Johann Sebastian Bach in Berührung gekommen und dann letztlich natürlich mit Barockmusik und dem speziellen Klang der Originalinstrumente. Schon in sehr jungen Jahren war ich von dieser Musik angetan.
Was sind rückblickend Ihre persönlichen Höhepunkte dieser Konzertreihe?
Pürmayr: Eine kleine Auswahl an Höhepunkten ist im heurigen Jahr zu hören. Zu den schönsten Momenten gehörten alle Konzerte, die das Publikum im tiefsten Herzen berührt haben. Wenn viele Menschen so „getroffen“ wurden, dass sie mit „Nachhall“ nach Hause fuhren, dann war es ein voller Erfolg.
Wie lange hat es gebraucht, auch die heimische Bevölkerung ins Boot zu holen, denn Gäste aus aller Welt waren ja schon früh da?
Pürmayr: Das hat nicht sehr lange gedauert, weil sich die Qualität sehr schnell herumgesprochen hat.
Was ist Ihnen bei der Übergabe an die nächste Generation wichtig? Was muss, kann, soll weitergehen?
Pürmayr: Meine Nachfolger, das sind zwei Musikerinnen aus Passau und ein Musiker aus Wien. Sie werden sich beim letzten Konzert am 11. Oktober musikalisch und persönlich vorstellen. Sie wollen die Konzertreihe in diesem Stil weiterführen, natürlich mit eigenen Ideen und ihren eigenen Plänen. Ich freue mich, wenn ich die Konzerte im nächsten Jahr als Zuhörerin genießen kann.
Zur Orgel, mit der alles begann: Ton Koopman setzt sich für die Orgelrestaurierung ein. Wie ist es Ihnen gelungen, ihn dafür zu gewinnen? Wie ist beim Orgelprojekt der Stand der Dinge?
Pürmayr: Ton Koopman hat 1984 erstmals an der Barockorgel im Rahmen des Brunnenthaler Orgelsommers konzertiert. Seit damals besteht der Kontakt zu ihm. Ich selber bin am Projekt der Orgelrestaurierung nicht beteiligt. Ton Koopman, international bekannter Organist, Cembalist und Dirigent, ist der Vorsitzende dieses Projektes, und der Spezialist für barocken Orgelbau, Johannes Dandler, steht mit kompetenter Beratung an seiner Seite.
Das nächste Konzert des Brunnenthaler Konzertsommers findet am 26. Juli mit dem L’Orfeo Barockorchester statt, das heuer sein 30-jähriges Bestehen feiert. Beginn: 18 Uhr.
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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