BRIEF_KASTEN
Als Kind fiel es mir schwer, meinen Namen zu akzeptieren. Ich wollte immer einen Doppelnamen haben, etwas Besonderes sein. Sonja war so gewöhnlich. Meine Mama suchte den Namen ganz bewusst aus, sie wollte einen kurzen, einprägsamen und vor allem nicht zu häufig verwendeten Taufnamen. Tatsächlich gab es lange keine Zweite mit demselben Vornamen. Da sie an Sternzeichen glaubte, ich bin Wassermann, welche u.a. für ihren Wissensdurst stehen, wählte sie die russische Form von Sophia. Mein Religionslehrer in der Volksschule nannte mich immer „Heilige Sopherl“ und erklärte mir, wer diese Dame war. Sophie die Weise, Sophia die Heilige, mit dem konnte ich mich zufriedengeben. Nun, da ich erwachsen bin, hat mich das Leben zu keiner Heiligen gemacht, aber zu einer weisen Sonja ganz bestimmt.
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