BRIEF_KASTEN
„Das Auto, mit dem Porsche Tesla schlagen will“, stand da kürzlich in einer Zeitung. „Taycan“ heißt dieses Ding, und der Konzern erwartet sich viel davon.
Ist das noch zeitgemäß, dass man nicht nur im – freilich längst zum Geschäft gewordenen – Spiel einander schlägt, sondern auch in Politik und Wirtschaft? Konkurrenz wird von vielen als Grundprinzip des Wirtschaftslebens gesehen. Aber stimmt es denn, dass Wirtschaft nur im Schlagen funktioniert? Straßen- und Gassennamen alter Städte erzählen eine andere Geschichte. „Wollgasse“, „Fleischmarkt“, „Getreidegasse“, „Färbergasse“. In solchen Gassen hatte ein Betrieb desselben Gewerbes neben dem anderen Platz. Zusammen bildeten sie den Markt. Konkurrenz also nicht grundsätzlich, sodass man einander schlagen müsste, sondern ein Alltagsverhältnis, spielerisch fast. Der Konkurrent ist zugleich Nachbar, den man braucht.
Ein neues Erwachen ist zu spüren. Da geht es nicht nur um bewussteres Konsumieren, sondern auch um ein zukunftstauglicheres Wirtschaften. Porsche muss nicht Tesla schlagen – denn wo Schlagen die Grundlage für Erfolg ist, wird am Ende alles kaputt.
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