BRIEF_KASTEN
„Ruhe bewahren“, heißt es in solchen Situationen ja immer. Ich sage mir das ständig vor, während ich Öl in den dampfenden Motorraum nachleere. Während mir die Geschichten von Bekannten, die in letzter Zeit mit Motorschaden auf der Autobahn liegen geblieben sind, durch den Kopf geistern. Und während neben uns auf dem Pannenstreifen einige Autofahrer gerade dieses Schicksal ereilt. Irgendwann bemerkt meine Frau, dass die Warnanzeige aufgehört hat, zu leuchten. Wir sind erleichtert, bis ich in einem Tunnel sehe, dass man die Warnung vorher im grellen Licht einfach nicht mehr erkennen konnte. Sie leuchtet aber noch immer! Als fürsorglicher Familienvater sage ich jetzt am besten einfach – nichts. Und versuche, mit einem gequälten Lächeln Zuversicht auszustrahlen. „Wenn es wirklich schlimm wäre, würde das Auto doch noch ganz anders tun“, denke ich mir. Am Ende geht alles glatt (es waren nur die Zündkerzen kaputt). Die Verdrängungstaktik ist aufgegangen. Nur der Erholungseffekt, der hat leider einen kurzen Dämpfer bekommen.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>