BRIEF_KASTEN
Bachl stammt aus Pregarten. Nach der Matura 1953 am Petrinum trat er in das Linzer Priesterseminar ein und absolvierte ab 1953 das Philosophie- und Theologiestudium an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. 1959 wurde er in Rom zum Priester geweiht und schloss 1963 das Doktoratsstudium ab. Von 1963 bis 1966 war Gottfried Bachl Seelsorger in der Pfarre Wels-St. Stephan und von 1966 bis 1970 Religionslehrer am Wirtschaftskundlichen Mädchen-Realgymnasium der Schulschwestern in Wels. Ab 1970 arbeitete Bachl zuerst als Lehrbeauftragter und dann als Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Linz. 1973 erhielt er auch den Lehrauftrag für Dogmatik an der Religionspädagogischen Akademie der Diözese Linz. Neben seiner Lehrtätigkeit half Bachl in der Seelsorge der Pfarre Linz-Christkönig mit. 1983 wurde Gottfried Bachl auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität Salzburg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1998 innehatte. Über viele Jahre blieb er dem Katholischen Akademikerverband Salzburg als Geistlicher Assistent verbunden. Seit 2004 lebte Bachl in Vöcklabruck. Gedenkgottesdienste für eine größere Öffentlichkeit und das Urnenbegräbnis finden zu einem späteren Zeitpunkt statt. Bachl veröffentlichte zahlreiche Publikationen, unter anderem das Buch „Der schwierige Jesus“, das drei Auflagen erlebte. Geprägt hat ihn und seine Theologie auch seine Kindheit in der Nachbarschaft zum KZ Mauthausen.
Die Literatur war eine der Inspirationsquellen Gottfried Bachls. Im Folgenden Psalm 1 aus seinen „neuen psalmen“:
das trägt und wir nennen es erde,
auf der wir gehen
und stehen vertrauend
ohne zu zweifeln.
essen und trinken ist erde,
der gastliche stern, der tisch,
an dem satt werden
schakale und menschen.
erde heißt der ort
für samen und wurzeln,
die immer schwangere mutter,
erde, in der wir graben und holen
das brauchbare gut herauf
in die menschliche werkstatt.
gott.
so sind wir beschenkt,
reichlich, aus deinen händen,
alle tage geschieht es.
wir greifen und spüren
erde, in die wir gehören im
leben, im tod,
erde, das rüstige fahrzeug ins weite.
Gottfried Bachl, feuer.wasser.luft.erde. neue psalmen, ISBN 978-3-7022-3111-8, Tyrolia Verlag
Alois Halbmayr, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg, würdigt Prof. Gottfried Bachl:
Mit seinem frischen Denken prägte er Generationen von Studierenden. Seine profunde Kenntnis der Tradition (...), seine Liebe zur Literatur, (...) und sein waches Interesse an kulturellen Deutungsmustern der Gegenwart gaben seiner Theologie ein eigenes, in der akademischen Landschaft weitgehend singuläres Gepräge.
Franz Gruber, Rektor der KU Linz, charaktersiert Prof. Bachl:
Seine geniale Fähigkeit, theologische Inhalte auf ihren springenden Punkt zu bringen, seine einzigartige Sprachbeherrschung, sein unerschöpflicher Kenntnisreichtum der Weltliteratur, aber auch seine bisweilen schonungslose präzise Kritik gegenüber einer Gesellschaft und einer Kirche, die die Würde des Individuums verletzen, machten jede seiner Vorlesungen zu einem Ereignis.
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