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Inhalt:
Gedanken zum Weltfrauentag

Gleichstellung auf der Kriechspur

Familie & Unterhaltung

Die Weichen für die Entwicklung zur Frau bzw. zum Mann werden früh gestellt. Kaum entdeckt man im Ultraschallbild das Geschlecht, werden rosarote und blaue Babyutensilien gekauft. Und das ist erst der Anfang.

Ausgabe: 10/2020
03.03.2020
- Brigitta Hasch
Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner schaffte es auf den 1000-Schilling-Schein.
Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner schaffte es auf den 1000-Schilling-Schein.
© wikimedia

Julia wird höchstwahrscheinlich älter werden als David. Sie wird gesünder essen, er wird eher rauchen und weniger Gesundheitsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Auch ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er im Straßenverkehr umkommt und eine rechtsextreme Partei wählen wird. Ihr möglicher männlicher Partner wird größer und älter sein als sie. Und es gibt noch viel mehr Zahlenmaterial über das typische Verhalten von „ihr“ und „ihm“. Der Grund, warum Statistiken solche und ähnliche Aussagen machen können, ist schlicht und einfach die geschlechterspezifische Sozialisierung, wie sie durch alle Gesellschaftsschichten immer noch passiert. Womit wir wieder bei rosarot und blau wären.

 

Maßstab Mann

Aus der Statistik und aus Beobachtungen quer durch alle Lebenslagen lassen sich aber noch ganz andere Wahrheiten herauslesen. Man könnte sie auf einen Punkt bringen: Die Welt wird bewegt von Männern, Frauen bekommen die schlechter bezahlten und weniger bedeutenden Nebenrollen. Beispiele aus dem Alltag gefällig?
- Es gibt kaum Frauen, derer man mit einer Statue oder einer Abbildung auf einem Geldschein gedenkt. Zugegeben, ein äußerliches Merkmal, das aber eindeutige Rückschlüsse zulässt.
- Fast alle Crashtest-Dummies – das sind jene Puppen, mit denen die Auswirkungen von Verkehrsunfällen simuliert werden – haben Größe und Gewicht von Männern. Mit der gefährlichen Folgewirkung, dass Frauen schwerer und öfter tödlich verletzt werden. Und das, obwohl sie seltener in Unfälle verwickelt sind.
- Niedrige Einkommen, Pensionen und unbezahlte Kinderbetreuungs- und Pflegearbeit sind nach wie vor Frauensache.
- Bestimmte Positionen sind noch immer Männern vorbehalten. Bei diesem Punkt auch die Katholische Kirche anzuführen, scheint unvermeidlich.
Der Weltfrauentag ist also sicherlich noch lange nicht überflüssig. Da gibt es noch zu viele Männer, die ihre Machtpositionen nicht teilen wollen.

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