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Der Verlobungsring – eine Papsterfindung

Familie & Unterhaltung

Papst Stephan I. soll im 3. Jahrhundert n.Chr. den Verlobungsring eingeführt haben.

Ausgabe: 38/2019
17.09.2019
- Brigitta Hasch
Romantischer Heiratsantrag mit Verlobungsring
Romantischer Heiratsantrag mit Verlobungsring
© ©Antonioguillem - stock.adobe.com

Bereits in der Antike, bei den Juden und Römern, kannte man den Brauch, dass Eheleute einen Ehering trugen. Anders als heute hatte die Ehe allerdings lange Zeit absolut nichts oder nur wenig mit Romantik zu tun. Da waren junge Männer, die auf Brautschau gingen und mit den Vätern der Mädchen Verhandlungen um die Mitgift führten. Dann erst kam die zukünftige Braut ins Spiel. Richtig gefragt wurde sie selten, es galt der Handschlag zwischen Bräutigam und Brautvater. Daraus entstand auch die Redewendung „um die Hand anhalten“.

 

Verlobt

Waren die Herren handelseins, galt dies als Heiratsversprechen, üblicherweise folgte die Hochzeit innerhalb von zwölf Monaten. 
Die Einführung eines Verlobungsringes wird einem Papst im 3. Jahrhundert nach Christus zugeschrieben. Stephan I. galt als Verfechter der Unauflöslichkeit der Ehe. Mit dem Verlobungsring sollte der Mann seiner Zukünftigen ein Geschenk machen, das das gegenseitige Treueversprechen unterstreichen sollte.
Der Brauch, sich zu verloben, hat sich bis heute gehalten, auch wenn dies gesellschaftlich keine große Bedeutung mehr hat. Dafür ist er in vielen Fällen romantischer und aufwendiger geworden. Ein simpler Ring tut es oftmals nicht mehr.

 

Symbol

Lange Zeit deutete das Tragen eines Ringes nicht auf die Ehe, sondern auf Reichtum und die Zugehörigkeit zu einem Stand hin. In der katholischen Kirche etwa tragen Äbte, Äbtissinen, Bischöfe, Kardinäle und der Papst einen Ring als Zeichen für ihr Amt.
Mit dem christlichen Eheverständnis gewinnt der Ehering, der sich schließende Kreis, seine volle Bedeutung: die Ehe als unwiderruflicher Bund für die Ewigkeit („Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“, Mk 10,9).

 

Ehering rechts oder links?

Der Ehering wird im deutschsprachigen Raum an der rechten Hand getragen. In vielen anderen Ländern sieht man ihn am linken Ringfinger, näher dem Pulsschlag und dem Herzen, jenem Organ, das allgemein für die Liebe steht. Den Verlobungsring steckt der Bräutigam üblicherweise an den jeweils anderen Ringfinger. Allgemein gültige Vorschriften dafür gibt es allerdings keine.

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