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Bereits vier Menschen sind heuer in Österreich ertrunken, informiert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Im Durchschnitt kommen laut Todesursachenstatistik jährlich rund 42 Menschen durch Ertrinken ums Leben.
Die Zahl der tödlichen Unfälle stagniert damit seit Jahren auf hohem Niveau. Rund 9 Prozent der Opfer sind Kinder, die Hälfte der Ertrunkenen ist zwischen 15 und 64 Jahre alt, 41 Prozent sind älter als 65 Jahre. Die meisten Ertrinkungsopfer gibt es durchschnittlich pro Jahr in Niederösterreich (8), gefolgt von Oberösterreich (7) und Wien (6). Dahinter folgen Kärnten mit 5 Fällen sowie Salzburg, Tirol und die Steiermark mit jeweils 4 Fällen. Die wenigsten Ertrinkungsopfer gibt es in Vorarlberg (2) und im Burgenland (2).
Besonders in freien Gewässern sei Vorsicht geboten. „Wer im freien Gewässer schwimmt, sollte niemals allein unterwegs sein und möglichst immer in Sichtweite anderer Personen bleiben“, betont Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Zusätzliche Sicherheit könne bei längeren Schwimmstrecken eine Schwimmboje bieten. „Diese erhöht die Sichtbarkeit und bietet im Notfall Halt. Selbst für Geübte ist sie zu empfehlen, da jeder durch Erschöpfung, Krämpfe oder Kreislaufprobleme plötzlich in Not geraten kann“, sagt Trauner-Karner.
Das KFV sieht zudem Nachholbedarf bei den Schwimmkenntnissen der Bevölkerung. Eine repräsentative Schwimmkompetenzstudie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 7 Prozent der Menschen ab fünf Jahren nicht schwimmen können. Weitere 23 Prozent bewerten ihre Fähigkeiten als sehr unsicher, unsicher oder lediglich mittelmäßig. Als Gründe nennt die Studie unter anderem fehlenden Schulschwimmunterricht, mangelnde Infrastruktur und geringe Schwimmerfahrung im familiären Umfeld. „Die Schwimmkompetenzen von zu vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind defizitär“, warnt Expertin Trauner-Karner. „Regelmäßiges Üben und Auffrischen der Schwimmkenntnisse sind essenziell. Einmaliges Erlernen ist keinesfalls ausreichend.“
Neben Ertrinkungsunfällen ereignen sich auch zahlreiche Verletzungen in Hallen- und Freibädern. Jährlich müssen rund 4.100 Menschen nach Badeunfällen im Spital behandelt werden. Zwei Drittel dieser Unfälle sind Stürze, die häufig durch Ausrutschen auf nassen Böden oder Stolpern verursacht werden. Weitere 24 Prozent entstehen durch Zusammenstöße, etwa auf Wasserrutschen oder beim Sprung ins Wasser.
„Viele Unfälle in Bädern sind Sturzunfälle. Rutschige Fliesen, Laufen und Sprünge erhöhen das Verletzungsrisiko“, erklärt Trauner-Karner. Um Unfälle zu vermeiden, empfiehlt das KFV, auf nassen Flächen langsam zu gehen, rutschfeste Badeschuhe zu tragen und beim Rutschen oder Springen Rücksicht auf andere Badegäste zu nehmen.
Darüber hinaus sollten Badegäste ihre körperlichen Grenzen realistisch einschätzen und Warnsignale des Körpers ernst nehmen. Nach längeren Sonnenbädern wird geraten, langsam ins Wasser zu gehen, um den Kreislauf nicht zu belasten.
Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt gelassen werden, da sie bereits in wenigen Sekunden und auch in flachem Wasser in eine lebensgefährliche Situation geraten können. Schwimmhilfen für Kinder können eine zusätzliche Unterstützung sein, ersetzen jedoch keinesfalls die Aufsicht durch Erwachsene.
„Wer aufmerksam ist und typische Gefahren kennt, schafft die besten Voraussetzungen für eine sichere Badesaison“, sagt Trauner-Karner.
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