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Wie die Kirchen die friedliche Wende unterstützten

Weltkirche

Mitglieder der christlichen Kirchen waren in der DDR eine Minderheit. Dennoch gelang es Christ/innen, beim Fall der Berliner Mauer eine entscheidende Rolle zu spielen.
 

Ausgabe: 45/2019
05.11.2019
- kathpress/nie
Mahnwache im Herbst 1989 vor der Gethsemane-Kirche in Ostberlin.
Mahnwache im Herbst 1989 vor der Gethsemane-Kirche in Ostberlin.
© ullstein - Succo / Ullstein Bild / picturedesk.com

Mitglieder der christlichen Kirchen waren in der DDR eine Minderheit. Dennoch gelang es Christ/innen, beim Fall der Berliner Mauer eine entscheidende Rolle zu spielen.
Wer heute in Berlin den ehemaligen Stasi-Komplex besucht, die Gedenkstätte in Hohenschönhausen oder das Mauer-Mahnmal, kann nur mehr erahnen, welch ein Unrechtsstaat die DDR war. Natürlich gab es auch Menschen, die ein als normal empfundenes Leben führten. Aber bei vielen gärte es aufgrund des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Missstandes und des Eingesperrtseins. Als die Spannungen stiegen, gelang 1989 trotzdem die friedliche Wende. Maßgeblich daran mitgewirkt haben die Kirchen, auch mit ihrer Friedensbewegung.
Die Kirchen seien ein Ort der Freiheit in einem unfreien Land gewesen, sagt der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse dem Kölner Domradio. „Wo konnten sich die Oppositionsbewegung, die kritischen Gruppen, die sich zusammengetan hatten, versammeln. Natürlich nur in den Räumen der Kirchen.“ Er erinnerte, dass die runden Tische mit dem Regime von den Kirchen moderiert wurden. Auch über die Benachteiligung der Christen, die in der DDR „keine Chance hatten, eine Karriere zu machen“, sprach der ostdeutsche Katholik.
Schon allein aufgrund der Größe stand die evangelische Kirche im Zentrum, was auch der Leipziger katholische Pfarrer Gregor Giele betont: Die evangelische Kirche sei ein Hauptakteur der friedlichen Revolution gewesen. „Diese Rolle von Christen, Vorreiter zu sein, Hoffnungsträger für die Zukunft, Hoffnungsträger für Veränderung, prägt die ostdeutschen Protestanten wie Katholiken“, sagt er im Deutschlandfunk.

 

Zukunft

Zur Erfahrung der Kirchen gehört freilich, dass sie sich nach der Wende wieder leerten. Langfristig blieb es dabei, dass im Osten Deutschlands nur eine Minderheit der Menschen in den Kirchen sind. 
An der Aufgabe der Christ/innen in der Gesellschaft ändert das freilich nichts: Pfarrer Giele ist der Auffassung, die Religionsgemeinschaften könnten dazu beitragen, die verbindenden Elemente in der Gesellschaft zu suchen.  

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Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.

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