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Schutz für Vertriebene gehört zu unserer Kultur

Weltkirche

Mit einer Rede verabschiedete sich Kardinal Christoph Schönborn öffentlich aus seinem Amt in der Bischofskonferenz und hinterließ damit ein inhaltsstarkes „Vermächtnis“.
 

Ausgabe: 26/2020
23.06.2020
- Monika Slouk
Kein Handschlag. Der große Abstand zwischen den Erzbischöfen zeigt keine Abneigung, sondern ist der Corona-Pandemie geschuldet. Kardinal Schönborn freut sich über seinen Nachfolger in der Bischofskonferenz.
Kein Handschlag. Der große Abstand zwischen den Erzbischöfen zeigt keine Abneigung, sondern ist der Corona-Pandemie geschuldet. Kardinal Schönborn freut sich über seinen Nachfolger in der Bischofskonferenz.
© kathpress/Klingen

Wie es sich für ein „Vermächtnis“ gehört, blickte Kardinal Christoph Schönborn in seiner Abschiedsrede zurück, und zwar auf tragfähige und konstruktive Elemente der politischen Kultur in Österreich, die zu erhalten und weiter zu pflegen sich lohnt. Das Erbe der Aufbaugeneration der Zweiten Republik, die Sozialpartnerschaft, habe sich auch in der Coronakrise wieder bewährt. Außerdem gelte es, die schwächsten Glieder der Gesellschaft nicht aus den Augen zu verlieren, denn „Menschen am unteren Einkommensrand erleben die Coronakrise am stärksten.“ Eine gute Zusammenarbeit zwischen karitativen Organisationen der Kirche und Staat sei für diese Gruppe besonders wichtig.

 

Religionsfrieden

Das gute Verhältnis zwischen Staat und Religionen strich Schönborn ebenso als zukunftsträchtiges Erbe heraus. Es sei keine Allianz von Thron und Altar, auch nicht unvereinbar mit dem weltanschaulich neutralen Staat, sondern diene im Gegenteil dem Interesse der Menschen. In diesem Zusammenhang forderte Schönborn eine Abrüstung der Worte. „Es darf keine Religion in unserem Land öffentlich schlechtgemacht werden!“ Er spielte damit, ohne ihn zu nennen, auf eine Rede des FPÖ-Chefs Norbert Hofer an, der den Koran vergangene Woche „gefährlicher als Corona“ genannt hatte.

 

Keine Abschottung

Als Lehre aus der Coronakrise nannte Kardinal Schönborn, dass maßlose Globalisierung große Gefahren berge und regionale Versorgungsautonomie sowie Standortpflege wichtig seien. Denoch gelte es unbedingt, sich vor neuem Nationalismus und Abschottung zu hüten. „Wir brauchen die europäische Gemeinsamkeit.“ Österreich habe eine Begabung als Brückenland. „Hilfe für Schutzsuchende muss Grundelement der Kultur unseres Landes bleiben!“ Es dürfe keine Politik der Abschottung als österreichischen Weg geben. Schönborn sprach sich daher entschieden für die Aufnahme von Flüchtlingen aus.« 

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Beate  Mayerhofer- Schöpf
Lebe in der Welt!
Wort zum Evangelium

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin 
und Referentin für Spiritualität im 
Pastoralamt der Erzdiözese Wien

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