ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.
Nach ihrem Physikstudium und ihrer Arbeit im Biomedizinsektor hatte sich die aus Meggenhofen stammende Michaela Söllinger entschieden, in den Konfliktregionen des südamerikanischen Landes Kolumbien aktiv zu werden. In der Friedensgemeinde San José de Apartadó lebte sie mit Menschen, die sich gegen Gewalt, Drogenhandel und bewaffnete Gruppen entschieden hatten.
Diese Gemeinschaft, gegründet 1997 von Kleinbauern, orientiert sich nach Prinzipien der Gewaltfreiheit, verbietet Waffen, Alkohol und den Anbau von Koka und lehnt Unterstützung für Milizen, Guerillas und Militär ab, inspiriert von der befreiungstheologischen Ideologie. Der Preis, den die Dorfbewohner:innen über die Jahre zahlen mussten, war sehr hoch. Dutzende wurden von den bewaffneten Gruppen ermordet.
Söllinger begleitete das Projekt als Koordinatorin und beobachtete die Gefahren, vor allem durch bewaffnete Gruppen. Diese bedrohten das Leben der Bewohner, doch die Gemeinde zeigte Mut: Sie organisierte Pilgerwanderungen durch gefährdete Gebiete, um den Menschen Schutz zu bieten. „Die Pilgerwanderung wurde für mich zu einer intensiven Lehrstunde der Solidarität“, erzählte Michaela Söllinger Die Präsenz internationaler Helfer:innen wie Söllinger befriedete die Lage, indem sie als Menschenrechtsbeobachter:innen und „menschliche Schutzschilder“ dienten. „Unsere Arbeit baut darauf auf, dass es einen weltweiten Aufschrei geben würde, wenn uns internationalen Begleitern etwas zustoßen würde. Wir schaffen einen Raum, in dem nichts passiert“, erzählte Michaela Söllinger. „Für internationale Konzerne wird es schwieriger, in Kolumbien zu investieren, wenn ich dort umgebracht werde.“ Auf friedliche Art und Weise konnte sie dadurch Menschenleben retten.

ist Religionslehrerin und Pastoralassistentin im Südburgenland, derzeit in Elternkarenz.
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