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Wasser holen, Gemüse schneiden, Boden kehren, … 30 verschiedene Tätigkeiten im Haushalt führen Frauen im indischen Bundesstaat Jharkhand aus. Männer kümmern sich in traditionellen Dörfern um drei bis fünf Aufgaben im Haushalt. Diese Schieflage muss nicht so bleiben, dachten sich die Gründerinnen von „SEEDS“ im Jahr 1995 und begannen, mit den Mädchen und Frauen in Dorfgemeinschaften zu arbeiten. Aufklärung über ihre Rechte, Allgemeinbildung wie lesen und schreiben, Einübung von selbstbewusstem Auftreten waren Ziele der Workshops, die sie in den Dörfern anboten. Diese Ziele bestehen weiterhin, weitere sind aber dazugekommen. Mehr und mehr werden Männer in die Angebote der Organisation eingebunden. Denn Gleichberechtigung braucht das Zusammenwirken aller.
„Die Einstellung und das Verhalten von Männern verändern sich“, zeigt sich SEEDS-Generalsekretärin Shubrhra Dwivedy mit den Erfolgen durchaus zufrieden. Gleichzeitig gibt sie zu: „Der Pfad zur Überwindung geschlechtsspezifischer Gewalt ist lang.“ SEEDS ist daher auf langfristige Unterstützung wie aus Österreich angewiesen. Inzwischen gibt es nicht nur Workshops von ausgebildeten Frauen für Frauen in den Dörfern, sondern auch gemischte und reine Männerworkshops. Wie Männer aktiv zu mehr Gleichstellung beitragen können ist darin genauso Thema wie Gewaltprävention oder das Reden über sexuelle Übergriffigkeit. Ziel ist der respektvolle Umgang miteinander. „Frieden und Harmonie in den Dörfern wird gefördert“, sagt Eva Wallensteiner, Projektreferentin für SEEDS von der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, die SEEDS seit vielen Jahren mit Spenden aus der Aktion Familienfasttag unterstützt.
„SEEDS“ heißt auf Englisch „Samen“, es steht aber auch für „Socio Economic and Education Development Society“ (Entwicklungsgesellschaft für Sozialwirtschaft und Bildung). Die Samen, die die Organisation seit mehr als 30 Jahren in hunderten Dörfern ausgestreut hat, gehen auf: Acht Dörfer gelten als Modelldörfer in Bezug auf geschlechtergerechte und respektvolle Zusammenarbeit. Die Männer haben gelernt, wie man Gemüse schneidet, die Wäsche wäscht oder Wasser holt und bewältigen den Alltag gemeinsam mit ihren Frauen. Mädchen und Buben gehen gemeinsam zur Schule. Denn nun müssen nicht mehr die Töchter den Haushalt mit der Mutter führen, sondern können zur Schule gehen, während der Vater sich in die Haushaltsarbeiten einbringt. Dabei geht es nicht nur um den Haushalt im engeren Sinn, auch die kleinen Landwirtschaften betreiben die Paare nun partnerschaftlicher.
Das gerechtere Aufteilen der Arbeit in Haus und Feld ist nur ein Aspekt der wachsenden Gleichstellung. Andere Ziele sind der Ausgleich in Bezug auf den Lohn, den Status, die Entscheidungsfindung, die Bildung und die politische Teilhabe. So nehmen Frauen in Modelldörfern auch gleichberechtigt an den Führungssitzungen teil. Mitarbeiter:innen von SEEDS leisten auch Bewusstseinsarbeit bei der Polizei oder den Behörden, damit Frauen ernstgenommen werden, die von Partnergewalt betroffen sind. Und das waren zu Beginn des Engagements von SEEDS viele!
Dieser Bericht entstand in Kooperation mit der Aktion Familienfasttag. Für diese Projekte werden Spenden gesammelt. Weitere Informationen: www.teilen.at, www.seedsjsr.org
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