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2025 ist ein Heiliges Jahr

WELTKIRCHE_

Mit uralten Ritualen wird das Heilige Jahr 2025 am Heiligen Abend eröffnet. Seit Jahrhunderten werden sie mindestens alle 25 Jahre vollzogen und faszinieren Pilgerinnen und Pilger gerade deshalb.

Ausgabe: 49/2024
03.12.2024
- Slouk Monika
„Luce“ („Licht“, sprich: Luhtsche) heißt das Maskottchen des Heiligen Jahres 2025. In der Hand einen Pilgerstab, in den Augen spiegeln sich Jakobsmuscheln.
„Luce“ („Licht“, sprich: Luhtsche) heißt das Maskottchen des Heiligen Jahres 2025. In der Hand einen Pilgerstab, in den Augen spiegeln sich Jakobsmuscheln.
© Gennari/Siciliani/KNA

Am 24. Dezember ist nicht nur Heiliger Abend. Papst Franziskus wird die sonst verschlossene Heilige Pforte des Petersdoms öffnen, sie durchschreiten und damit das Heilige Jahr 2025 eröffnen. Am Sonntag, 29. Dezember, dem Fest der Heiligen Familie, folgen Eröffnungsgottesdienste des Heiligen Jahres in den österreichischen Domkirchen. Veranstaltungen zum Motto „Pilger der Hoffnung“ gibt es 2025 sowohl in Rom als auch in Österreich.
 
Seit 550 Jahren gibt es alle 25 Jahre ein Heiliges Jahr, auch Jubiläumsjahr oder Jubeljahr genannt. Bereits vor 725 Jahren, im Jahr 1300, hatte das erste Heilige Jahr stattgefunden, die Abstände pendelten sich aber erst später auf vier Mal pro Jahrhundert ein. Zwischen den Jubiläumsjahren können außerordentliche Heilige Jahre ausgerufen werden, wie zum Beispiel 2016 das Jahr der Barmherzigkeit zum 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils.

 

Die Bezeichnung „Jubeljahr“ knüpft übrigens an das jüdische Erlassjahr an. Alle 50 Jahre sind die Israeliten nach dem Buch Levitikus aufgerufen, ein Jahr des Schuldenerlasses und des Besitzausgleichs zu begehen. Der Begriff „Jubeljahr“ kommt vom hebräischen Wort „jobel“, das ursprünglich „Widder“ bedeutet. Aus Widderhörnern wurde das Blasinstrument Schofar gebaut, das zur Eröffnung eines Erlassjahrs geblasen werden soll. Der Ausdruck jobel wurde zunächst auf das Instrument und dann auf das damit eröffnete Erlassjahr übertragen.

 

Nicht zu verwechseln ist das Heilige Jahr 2025 mit dem Heiligen Compostelanischen Jahr, das in Santiago de Compostela immer dann begangen wird, wenn der Festtag des hl. Jakobus (25. Juli) auf einen Sonntag fällt.

 

Mit goldenem Hammer gegen Portal

 

Den Eröffnungsritus in Rom gibt es seit 1500: Der Papst öffnet am Heiligen Abend die Heilige Pforte, ein massives Tor, das zwischen den Heiligen Jahren ausnahmslos verschlossen bleibt, von innen sogar zugemauert wird. Er schlägt mit einem goldenen Hammer mehrmals außen an die Pforte und spricht einen Segen. Daraufhin wird das Portal geöffnet, der Papst schreitet hindurch, andere folgen.

 

Das ganze Jahr über ist es möglich, nach Voranmeldung durch die Heilige Pforte in den Petersdom zu schreiten. Auch die drei weiteren Patriarchalbasiliken in Rom, Santa Maria Maggiore, San Giovanni in Laterano und San Paolo fuori le Mura, haben Heilige Pforten, die nur während eines Heiligen Jahres offen sind und durchschritten werden können.

 

Pilgerreise und Entschuldung

 

Im Heiligen Jahr 2025 nach Rom zu pilgern, dazu riefen die österreichischen Bischöfe im Anschluss an ihre Herbstvollversammlung auf. Im Zentrum stehe dabei die Wallfahrt zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus, so die Bischöfe.

 

Papst Franziskus habe in seiner Verkündigungsbulle „Spes non confundit“ („Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“) ermutigt, im Heiligen Jahr Zeichen der Hoffnung zu setzen. Gerade in einer Zeit der Krisen sei der  Einsatz für Frieden, für Jugendliche, Senioren, Kranke, Arme und Migranten besonders gefragt. Das Papstdokument enthalte auch Appelle der Hoffnung wie z. B. die Entschuldung der wirtschaftlich schwächeren Länder.

 

Wem eine Pilgerfahrt nach Rom nicht möglich sei, der oder die werde in Österreich in ausgewählten Jubiläumskirchen und heiligen Stätten die Möglichkeit zur geistlichen Aussprache, Beichte und zum Empfang eines Jubiläums-Ablasses haben.  

 

www.heiliges-jahr.at

 

Jubiläumsablass

 

Mit einem Heiligen Jahr verbunden ist der sogenannte Jubiläumsablass. Das ist ein vollkommener Ablass unter der Bedingung, dass nach dem Empfang des Bußsakraments (Beichte) und der Eucharistie bestimmte Kirchen besucht, Gebete gesprochen und entsprechende Handlungen gesetzt werden.

 

Dazu zählt zum Beispiel karitatives Engagement oder auch der persönliche Handy-Verzicht am Freitag. Eine von Krisen bedrohte Welt benötige den Einsatz für andere, so Papst Franziskus.       

           
www.iubilaeum2025.va         

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