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Schritt für Schritt zum Neuen Dom

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Am 1. Mai 1862 hat Bischof Franz Joseph Rudigier den Grundstein für den Mariendom Linz gelegt. Vor 100 Jahren wurde er geweiht und vom 29. April bis 1. Mai 1924 seine Fertigstellung gefeiert.

Ausgabe: 15/2024
09.04.2024
Im Jahr 1901 wird der Turm vollendet. Die „Baulücke“ zwischen Turm und Hochchor diente der Motivation, rasch das Langhaus zu errichten. 
Im Jahr 1901 wird der Turm vollendet. Die „Baulücke“ zwischen Turm und Hochchor diente der Motivation, rasch das Langhaus zu errichten. 
© Diözesanarchiv

Mit dem „Neuen Dom“ hat Bischof Franz Joseph Rudigier (1811–1884) der damals jungen Diözese Linz – sie wurde 1783/85 gegründet – eine Mitte gegeben und wesentlich dazu beigetragen, dass das Bistum zu einer eigenen Identität gefunden hat.

 

Mit Ausnahme des ersten von insgesamt 48 Hirtenschreiben kommt der Bischof in jedem seiner Hirtenbriefe auf Bau oder Bedeutung der Kathedrale zu sprechen.

 

Mit der Weihe des Doms an die Unbefleckte Empfängnis hat er die Diözese unter den Schutz Mariens gestellt. Als „fortdauernde Lobpreisung“ der Gottesmutter bezeichnete er den Dom und vertraute darauf, dass die große Verehrung, die die Gläubigen der Unbefleckten Empfängnis entgegenbringen, sich auch in den Spenden zeigen werde: in den „Marienpfennigen“, wie er sie nannte.

 

Er sollte recht behalten, auch wenn jede Bauphase ihre besondere Herausforderung hatte – bis hin zur Not des Ersten Weltkriegs rund um die Fertigstellung des Doms.

 

Bischof Rudigier war überzeugt: „Eine Kirche, deren ganze Entstehung so schön, so heilig ist, kann nur ein besonderer Gnadenort sein.“ Er verstand die Bischofskirche auch als ein Bollwerk. Der Mariä-Empfängnis-Dom werde nicht nur ein Tempel dieses schönen Landes Oberösterreich sein, sondern auch als Festung gegen die ärgsten Feinde, gegen den Unglauben, den Irrglauben und das Laster dienen, schrieb er in einem Hirtenbrief 1858.

 

Gegen Ende seines Leben meinte er weniger kämpferisch, sondern eher vertrauensvoll: „Hochbejahrt wie ich bin, sehe ich dem Tage, an dem der Hirtenstab meiner Hand entfallen wird, aus dem Grunde ruhiger entgegen, weil ich in dem entstehen den Mariä-Empfängnis Dom gleichsam eine Lebenversicherungsanstalt für die Diözese erblicke.“ 

 

Für Jahrhunderte


Fünf Bischöfe haben sich in 62 Jahren für den Bau des Linzer Mariendoms eingesetzt. Bischof Johannes Maria Gföllner machte schließlich die Domweihe zu einem Fest für ganz Oberösterreich. Der Festprediger, Kardinal Faulhaber, betonte: „Menschen werden für Jahrzehnte geboren, Dome für Jahrhunderte gebaut.“

 

Tag des Offenen Doms
Samstag, 27. April 2024

 

Anlässlich seines 100. Geburtstages lädt der Mariendom die ganze Familie ein, ihn ganz persönlich kennenzulernen. Die Jubiläumstour „schrittWeise“ (von 10 bis 17 Uhr) bringt einen an Orte, wo man normalerweise nicht hinkommt. Start mehrmals pro Stunde, kostenlose Zählkarten im Domcenter erhältlich. Viele weitere Programmpunkte erwarten die Besucher:innen: Sonderpostamt, Präsentation der Dombauhütte, Glasmalerei. Mehr unter: 100jahremariendom.at

 

Festgottesdienst
Sonntag, 28. April 2024, 14 Uhr

 

Bischof Manfred Scheuer feiert anlässlich der Weihe des Mariendoms vor 100 Jahren einen Festgottesdienst, bei der die Messe in d-Moll von Anton Bruckner erklingen wird. Anschließend findet ein Festakt am Domplatz statt.

 

 

Die Grundsteinlegungsfeier des Mariä-Empfängnis-Doms 1862 wurde zu einem Fest für ganz Oberösterreich. Die Umrisse der künftigen Kathedrale steckte man mit Fahnenmasten ab, die mit Kränzen verbunden wurden. Im Vordergrund: ein Triumphbogen in Form eines Portals an der Stelle des Turmtors.  

 

Programmheft des Eröffnungsfests

 

Sieben Jahre nach der Grundsteinlegung konnte 1869 die Votivkapelle eingeweiht werden.

 

Die Votivkapelle reichte in etwa bis zum Beginn des Hochchors. 1885 wurde das gesamte Presbyterium mit Kapellenkranz geweiht. Fast vierzig Jahre dauerte es dann bis zur Fertigstellung des gesamten Gebäudes. Rechtes Bild: Grußkarte mit „Idealansicht“ des Doms.     


Dieser Artikel basiert vor allem auf dem Beitrag „Dombau in stürmischer Zeit“ von Franz Rohrhofer in dem jüngst erschienenen Buch „Der Mariendom. Glaube, Gesellschaft, Kunst, Kultur“ (Wagner Verlag 2024).  

 

 

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