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Neues Gottfried Bachl-Lesebuch: Gott beim Wort genommen

KIRCHE_OÖ

Quer durch Theologie und Glaube hat Wilhelm Achleitner Texte aus dem umfangreichen Werk seines Lehrers Gottfried Bachl ausgewählt und zu einem ansprechenden Lesebuch zusammengestellt.   
 

Ausgabe: 10/2024
05.03.2024
- Josef Wallner
Gottfried Bachl
Gottfried Bachl
© privat

„Mit scheint, man muss Gott mehr fragen als loben“, heißt ein Kalenderspruch von Gottfried Bachl (1922–2020). Ob theologische Abhandlung oder Aphorismus: Der Dogmatiker Gottfried Bachl – er lehrte in Linz und Salzburg – versteht es, mit seinen präzisen und prägnant formulierten Texten in Bann zu ziehen.

 

Wer nur ein wenig „Bachl-affin“ ist, ihn als Lehrer oder Seelsorger schätzte, wird das Lesebuch nicht so schnell aus der Hand legen.

 

Das hängt auch mit der Auswahl der Texte durch Wilhelm Achleitner zusammen. Achleitner war an der Universität Salzburg sieben Jahre lang Assistent Bachls und kennt sein umfangreiches Werk wie kein anderer.

 

Bachl hat 21 Bücher verfasst und 132 Beiträge in Sammelbänden, Zeitschriften und Zeitungen publiziert, dazu kommen unzählige Predigten und die weithin bekannten „Salzburger Briefe“.

 

Aus dieser Fülle versammelt das Lesebuch 90 Texte, deren inhaltlicher Bogen das weite Themen- und Interessensfeld Bachls umfasst, beginnend mit seiner ersten Publikation zu Weihnachten 1966 in der Welser Zeitung. In dieser Zeit war Bachl Kaplan in Wels-St. Stefan.

 

Es folgt ein Kapitel über „Sprache, Ästhetik und Theologie“, das wie die Vorzeichen in der Musik die Tonart für das folgende Stück angibt: über Glaube, Gott, Jesus, Schöpfung, Maria, Mann-Frau-Eros, Tod und ewiges Leben sowie Kirche.

 

Die für Bachl so wichtige theologische Auseinandersetzung mit Mauthausen darf ebenfalls nicht fehlen. Dass er in Pregarten in unmittelbarer Nachbarschaft des KZ Mauthausen aufgewachsen war und was er dabei als Kind erlebte, hat ihn zeitlebens nicht losgelassen.

 

Gebete aus dem Buch „Mailuft und Eisgang“ beschließen das Nachlesebuch.

 

In den Texten des gesamten Auswahlbands blitzt auch immer wieder auf, was für Bachl so charakteristisch ist: sein Humor und die Fähigkeit, seine Theologisieren nicht zum Maß aller Dinge zu machen. Damit lässt er neben sich auch Platz zum Weiterdenken.  

 

Wilhelm Achleitner präsentierte am 28. Februar 2024 im Bildungshaus Schloss Puchberg die von ihm herausgegebene „Bachl-Auswahl“: Das flüchtige Nu des Lebens. Ein Gottfried-Bachl-Lesebuch, ausgewählt von Wilhelm Achleitner, Tyrolia Verlag 2024, 184 Seiten, € 22.    

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