Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Die künstlerisch und spirituell gestaltete Veranstaltung stellte die Lebensrealitäten queerer Menschen in den Mittelpunkt, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität ihre Heimat verlassen mussten. Grundlage des Projekts sind biografische Zeugnisse queerer Menschen auf der Flucht. Für den Kreuzweg wurden Betroffene im Vorfeld befragt. Daraus entstanden fiktive Telefoninterviews und Berichte, die als Tonaufnahmen bei der Inszenierung zu hören waren.
Musik, Gesang und Luftakrobatik bildeten das Herzstück der Aufführung und machten die persönlichen Geschichten erfahrbar. Eine der Fluchterzählungen handelt von einer gefährlichen Reise über Serbien. Zu zehnt zusammengepfercht in einem Taxi, voller Angst, teilen sich die flüchtenden Menschen eine einzige Flasche Wasser. „Die ganze Situation ist so beängstigend, so fürchterlich, dass ich es nicht in Worte fassen kann: wie wir uns die Flasche aus den Händen reißen, nur um einen einzigen Schluck Wasser zu bekommen“, berichtet der queere Mann, der vorher für den Kreuzweg interviewt wurde und dessen Geschichte eingespielt wird.
Die performativen Elemente begleiteten die Erzählungen von Angst, Verlust und Hoffnung und verliehen ihnen eine visuelle Form. Dabei standen nicht die künstlerischen Darbietungen selbst im Vordergrund, sondern die realen Erfahrungen der Menschen, deren Geschichten erzählt wurden. „Menschen berühren, ohne sie anzufassen“, beschreibt Luftakrobatin und Künstlerin Stefanie Rausch die Idee hinter ihrer Performance. Gemeinsam mit Arson Bauer gestaltete sie die akrobatischen Elemente des Kreuzwegs. Im Laufe des Abends wurden auch die Teilnehmenden selbst aktiv: Mutmachende Botschaften wurden auf Teebeutelbanderolen geschrieben und untereinander ausgetauscht.
Der queere Kreuzweg versteht sich als spiritueller und gesellschaftlicher Impuls, der die Erfahrungen von Leid, Ausgrenzung und Flucht mit der christlichen Passionsgeschichte in Beziehung setzt.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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