Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Vor zwölf Jahren begann die Pfarrgemeinde Sipbachzell mit der Renovierung ihrer Kirche. Aus dem ursprünglich geplanten bloßen „Ausmalen des Innenraumes“ wurde allerdings ein komplexes Projekt. Denn Untersuchungen brachten erhebliche Mängel ans Licht: ein morscher Dachstuhl, feuchte Wände und ein defektes Entwässerungssystem. Seit 2014 wurden diese Schäden Schritt für Schritt behoben.
Erst danach konnte die eigentliche Neugestaltung beginnen. „Wir haben einen langen Atem bewiesen. Gott sei Dank haben wir am Anfang nicht gewusst, wie viel Aufwand damit verbunden ist“, erzählt Franz Grillmair vom Sanierungsteam der Pfarrgemeinde. In Sipbachzell freut man sich umso mehr über das gelungene Ergebnis der Sanierung, die über eine klassische Renovierung weit hinaus geht. Möglich wurde die Neugestaltung auch durch frühere Eingriffe: Bereits in den 1960er-Jahren waren Hochaltar, Seitenaltäre und die Kanzel entfernt worden. Dadurch bot sich die Chance auf das reduzierte, moderne Raumkonzept. Die Pfarrgemeinde Sipbachzell, die Teil der Pfarre Tassilo-Kremsmünster ist, nutzte die Arbeiten, um den Kirchenraum flexibler zu gestalten. Künftig ersetzen bewegliche Sessel die fixen Bänke. Im Zentrum steht ein mobiler Altar, der je nach Anlass unterschiedlich positioniert werden kann: im Altarraum oder mitten unter den Gläubigen. Damit sollen bei Wahrung des sakralen Charakters sowohl traditionelle Gottesdienste als auch neue Veranstaltungsformate möglich werden. Die Sanierung des Kircheninneren bot zudem die Gelegenheit, auf eine nachhaltige Heizung umzusteigen. Eine Fußbodenheizung, die von einer Hackschnitzelanlage versorgt wird, wärmt den Kirchenraum.
Insgesamt belaufen sich die Renovierungskosten auf 450.0000 Euro, ein Großteil tragen Förderstellen wie Bundesdenkmalamt, Land, Diözese und Gemeinde. Etwa 100.000 Euro muss die Pfarrgemeinde selbst aufbringen, unterstützt durch Spenden aus der Bevölkerung.
Für die Pfarrgemeinde war während der Bauzeit Improvisationstalent gefragt. Die Gottesdienste fanden an wechselnden Orten statt und auch an ungewöhnlichen Plätzen wie einem Gasthaus oder sogar im Freien. Nun nähert sich die Übergangszeit dem Ende. Am Karsamstag, 4. April, wird die erste Messe im neu gestalteten Kirchenraum gefeiert. Ganz fertig ist das Projekt damit im Übrigen nicht, weil danach noch die künstlerische Ausgestaltung der Kirche folgt.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
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