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SONNTAG 29. März 2026
PALMSONNTAG | LESEJAHR A
WORT ZUM SONNTAG
Gott rettet! Hosanna!
WORT ZUM SONNTAG
Einzug in Jerusalem – Glasfenster in St. Etheldreda in London.
Einzug in Jerusalem – Glasfenster in St. Etheldreda in London.
Renáta Sedmáková/Adobe Stock
1. Lesung: Jesaja 50,4–7

Gott, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. 


Und Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

2. Lesung: Philipperbrief 2,6–11

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.


Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium: Matthäus 21,1–11

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger aus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.


Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.


Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf.
Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 


Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!


Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

 

Dieses Evangelium wird zum Einzug am Palmsonntag gelesen. 

Im Laufe des Gottesdienstes folgt die Passion: Mt 26,14 – 27,66 oder Kurzfassung: Mt 27, 11–54

Antwortpsalm: 22

Alle, die mich sehen, verlachen mich, 
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
„Wälze die Last auf den Herrn! 
Er soll ihn befreien, 
er reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat!“ 


Denn Hunde haben mich umlagert, 
eine Rotte von Bösen hat mich umkreist. 
Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.
Ich kann all meine Knochen zählen; 
sie gaffen und starren mich an. 


Sie verteilen unter sich meine Kleider 
und werfen das Los um mein Gewand.
Du aber, Herr, halte dich nicht fern! 
Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe! 


Ich will deinen Namen, Herr, 
meinen Brüdern verkünden, 
inmitten der Versammlung dich loben.
Die ihr den Herrn fürchtet, lobt ihn; 
all ihr Nachkommen Jakobs, rühmt ihn; 
erschauert vor ihm, all ihr Nachkommen Israels! 
 


Wort zum Evangelium_
Gott rettet! Hosanna!

Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Mit Festpilgern und einer großen Menschenmenge wurde Jesus mit dem Jubel- und Segensruf „Hosanna“ begrüßt, ein Lobgesang, der daran erinnern, dass Gott in Jesus sein Volk besucht und mit ihm der lang ersehnte Messias angekommen ist. Das Evangelium macht deutlich, wie Jesus sein messianisches Königtum versteht: Für seinen königlichen Einzug wählt er einen Esel, ausgeborgt und nicht besitzend, Sinnbild für sich selbst: nicht Herrschaft, sondern Dienst an den Menschen, das ist die Botschaft. Der Esel als Reittier der armen Leute ist das Tier des Friedens – ungeeignet im Krieg. Mit dieser Geste der Gewaltlosigkeit bezieht Jesus Position und solidarisiert sich mit all jenen Menschen, die arm, entrechtet und unterdrückt werden. Wirkungsvoll wird spürbar, dass mit Jesus eine neue Welt beginnt.

 

Der Jubel der Menschen war groß: Jesus, ein besonderer Mensch, wird begrüßt und als König des Friedens verehrt. Doch jede euphorische Begeisterung kann kippen; der Jubel beim Einzug ändert sich in der Passion zum Ruf: „Ans Kreuz mit ihm!“


Die Palmbuschen mit ihren bunten Bändern am Palmsonntag bedeuten Lebendigkeit und sind Zeichen der Zuversicht: Die Friedensbotschaft Jesu soll unsere Herzen erreichen, soll von uns gelebt werden. Hoffnung und Jubel dürfen uns trotz aller Krisen der Welt begleiten, denn Gottes Zusage gilt: Jesus wird den Tod überwinden, denn Gott rettet und schenkt Leben.

 

Was kann ich für ein friedliches Zusammenleben beitragen? Welcher Stimme bzw. (politischen) Botschaft schenke ich Gehör und setze darauf mein Vertrauen?

Maria Fischer
Wort zum Sonntag

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.

Kontakt: sonntag@koopredaktion.at

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