ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.

So spricht der Herr: Wahrt das Recht und übt Gerechtigkeit, denn bald kommt mein Heil und meine Gerechtigkeit wird sich bald offenbaren! Und die Fremden, die sich dem Herrn anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen und die an meinem Bund festhalten, sie werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer werden Gefallen auf meinem Altar finden, denn mein Haus wird ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden.
Schwestern und Brüder! Euch, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der Heiden preise ich meinen Dienst, weil ich hoffe, die Angehörigen meines Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen zu retten. Denn wenn schon ihre Zurückweisung für die Welt Versöhnung bedeutet, was wird dann ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten? Denn unwiderruflich sind die Gnadengaben und die Berufung Gottes. Denn wie ihr einst Gott ungehorsam wart, jetzt aber infolge ihres Ungehorsams Erbarmen gefunden habt, so sind auch sie infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt, ungehorsam geworden, damit jetzt auch sie Erbarmen finden. Denn Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen.
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her! Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Gott sei uns gnädig und segne uns.
Er lasse sein Angesicht über uns leuchten,
damit man auf Erden deinen Weg erkenne,
deine Rettung unter allen Völkern.
Die Nationen sollen sich freuen und jubeln,
denn du richtest die Völker nach Recht
und leitest die Nationen auf Erden.
Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle.
Die Erde gab ihren Ertrag.
Gott, unser Gott, er segne uns!
Es segne uns Gott!
Fürchten sollen ihn alle Enden der Erde.
Paulus denkt in seinen Briefen intensiv über das Verhältnis von Israel und Kirche nach. In durchaus komplizierten Gedankengängen kreist er immer wieder um dieses für ihn zentrale Verhältnis. Für ihn ist ganz klar: Gott liebt sein Volk Israel weiterhin.
Um seinen Überlegungen besser folgen zu können, muss man jene Frage im Hinterkopf haben, die ihn eigentlich bewegt: Was ist die Absicht Gottes, wenn er ausgerechnet einen Juden zum Apostel der Heiden macht? Und was heißt das für das jüdische Volk?
Zwei Akzente sind – so denke ich – hier besonders bemerkenswert: Erstens treiben diese Fragen Paulus sichtlich an. Angespornt davon betont er, dass jede Berufung und jede Gnadengabe Gottes bedingungslos gegeben ist. Was Gott geschenkt hat, das hat er geschenkt. Den Bund, den Gott gestiftet hat, den hält er auch. Damit ist auch klar: Der Alte Bund mit dem Volk Israel ist nicht erloschen. Der Neue Bund ersetzt den Alten Bund nicht. Das ist ganz entscheidend.
Zweitens versucht Paulus den göttlichen Heilsplan mit den Begriffen „Ungehorsam“ und „Erbarmen“ zu ergründen. Selbst ein Ungehorsam Gott gegenüber – das heißt in verständlicher Sprache: ein Unglaube – mündet in Gottes Erbarmen.
Das ist steil:
Auch wenn man ungläubig ist, erbarmt sich Gott. Ihm geht es nicht um Strafe. Gottes Erbarmen ist größer als wir denken (können). Das ist ganz wichtig und sprengt die Vorstellungen eines klein-haltenden Gottesbildes auf.

ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.