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Was glauben Sie eigentlich: War Jesus zu naiv?

GLAUBE KONKRET

19. März 2026, Jerusalem. Premier Netanjahu verteidigt den Angriff der USA und Israels auf den Iran. Die „Times of Israel“ zitiert aus der Rede, dass Jesus Christus keinen Vorteil gegenüber Dschingis Khan habe. Nur wer stark, rücksichtslos, mächtig genug sei, könne das Böse besiegen.

Ausgabe: 16/20256
14.04.2026
- Michaela Quast-Neulinger
© Erdenebayar Bayansan auf Pixabay

„Aggression wird Mäßigung besiegen.“ Netanjahu bezieht sich damit auf den US-Historiker Will Durant aus den 1960ern. Dschingis Khan, der als Anführer des Mongolensturms im 13. Jahrhundert eine Spur der Vernichtung durch Asien und Europa zog, dient den Kriegsführenden der Gegenwart – welcher Konfession auch immer – als Vorbild.

 

Feinde sind Menschen


Aber braucht es nicht eine Abwehr des Bösen? Eine moralisch vertretbare Form der Selbstverteidigung? Sicher, der Schutz von Leib und Leben, von Infrastruktur und Demokratie ist von großer Bedeutung. Dafür braucht es entsprechende Investitionen. Aber Verteidigung bedeutet nicht, das Böse mit Bösem zu bekämpfen, sondern auch in Gegnern immer noch Menschen zu sehen. Papst Leo XIV. stellte klar: Donald Trumps Drohung. die iranische Zivilisation auszulöschen, ist untragbar.

 

An allen Ecken und Enden


Für Frieden einzutreten, dafür ist nicht nur der Papst verantwortlich. Es beginnt zuhause, im Gasthaus, in Vereinen, in jedem Gespräch. Nicht Waffen retten Leben, sondern Menschen, die sagen: Nein, ich schimpfe nicht länger auf alle Verantwortlichen in Wissenschaft, Politik, Medien, Justiz. Nein, ich mache nicht mit bei der Hetze auf Minderheiten, Andersdenkende, Anderslebende. Nein, ich wähle keine Parteien, keine Politiker, die sich vielleicht „Gott“ auf die Fahnen heften, aber zugleich im Internet ihre Hetze verbreiten.

 

Jesus ist kein Schwächling


Dschingis Khan hat viele Länder erobert und Leben vernichtet. Jesus hat öffentlich, gewaltfrei für das Leben aller gekämpft – und sein Leben gegeben für das Leben aller. Das mag den selbsternannten Gotteskriegern heute naiv erscheinen. Doch das Böse wird niemals das Gute bringen. Nur das Gute kann das Gute hervorbringen – auch wenn dieser Weg riskant ist. Nichts für Schwächlinge, die lieber auf Dschingis Khan setzen.

Michaela Quast-Neulinger
Michaela Quast-Neulinger
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Reinhard Macht
Gottes Wege zum Menschen
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Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.

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